Warum geht beim Fahrrad der Hinterreifen viel häufiger kaputt als der Vorderreifen?

zugi meint:
Die Sache mit dem kaputten Hinterreifen: ich möchte hinzufügen, dass der gemeine Zweiradfahrer deutlich häufiger mit der Hinterradbremse arbeitet als mit der vorderen. Einfach, weil sich die Bremswirkung besser dosieren lässt (Stichwort Asphaltköpper über den Lenker.) Das dürfte - neben den schon genannten Faktoren - durch Reibungswärme und Abrieb stark zum schnelleren Verschleiß beitragen.
Rainer meint:
Die Frage warum beim Fahrrad der Hinterreifen häufiger kaputt geht als der Vorderreifen ist wie folgt zu beantworten: Gegenstände, die in den Reifen eindringen können ( z. B. Nägel, Nieten usw.) liegen flach auf der Straße. Man überrollt sie zunächst mit dem Vorderreifen und richtet sie dadurch auf. Nun folgt der Hinterreifen, in den der nun aufgerichtete Gegenstand eindringen kann und es daher zu einer Panne kommt. Als es noch mehr Pferde gab und daher mehr Hufnägel auf der Straße lagen hatten z. B. viele Motorradfahrer extra eine Vorrichtung vor den Hinterreifen gebastelt, die diese Nägel wieder zum fallen brachten.
Reifenhersteller Schwalbe weiß dazu:
Systembedingt ist der Hinterradreifen am Fahrrad höher Belastet als der Vorderradreifen. Das resultiert zum einen daraus, dass stets der größere Anteil des Körpergewichts auf dem Hinterrad lastet und zum anderen ist es so, dass das Gepäck meist auf dem hinteren Gepäckträger transportiert wird. Außerdem werden die Antriebskräfte durch das Hinterrad übertragen. Die genannten Faktoren lassen den Reifen schneller verschleißen, wodurch die häufiger auftretenden Pannen resultieren.
Reifenhersteller Michelin weiß dazu:
Das Hinterrad ist stärkeren Belastungen ausgesetzt als das Vorderrad. Auf ihn wirken im Gegensatz zum Vorderrad die vollen Antriebskräfte und zudem ruht ein größerer Teil des Körpergewichts während der Fahrt auf dem Hinterrad.