Soll man ab und zu den Körper „Entschlacken“?

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FoA-Team weiß dazu:

Durch das Entschlacken sollen Giftstoffe, welche sich durch unsere "ungesunde" moderne Lebensweise im Körper angesammelt haben „hinausgeschwemmt“ werden. Angeblich lagern sich diese "Schlacken" im Körper ab und führen so zu den verschiedensten Krankheiten, mindestens jedoch zu Erschöpfung und Unwohlsein.

Anbieter und Anhänger der verschiedensten Methoden versprechen Heilung und Linderung. Ob Heilfasten mit Säften, Brühe und Kräutertee oder einer Schrothkur in der Wellnessklinik, ob Thalasso oder Ayurveda – Ziel aller Methoden ist die Befreiung des Körpers von schädlichen Schlacken im Körper.

Durch den Begriff "Schlacke" wird suggeriert, dass der Körper verschiedene Stoffe aus der Umwelt und dem eigenem Stoffwechsel ansammelt und diese nicht mehr los wird. Fragt man bei den Anhängern der Schlackentheorie nach, was für Stoffe das sein sollen, bekommt man meist nur nebulöse Antworten. Quecksilber soll dabei sein (durch Amalgam in den Zähnen), durch die "Übersäuerung" des Körpers entstandene Salze, Kalk und verschiedene Proteine, auch Harnsäure und natürlich Cholesterin.

Doch die Schulmedizin hält unerbittlich dagegen: Prof. Dr. med. Martin Reincke, Direktor der Medizinischen Klinik Innenstadt, Klinikum der Universität München sagt zum Thema: "Die einzige Entschlackung, die medizinisch zu empfehlen ist, müsste im Kopf stattfinden - das heißt, sich von dieser Vorstellung zu lösen."

Schlacken im Sinne von Fremd- oder Giftstoffen, die sich im Körper ablagern gibt es nicht. Denn die beim Stoffwechsel entstehenden Endprodukte werden vom Körper ganz natürlich ausgeschieden. Darum sei die Angst vor einer schleichenden Vergiftung durch Ablagerungen völlig unbegründet, so Prof. Dr. Johannes Georg Wechsler vom Krankenhaus Barmherzige Brüder in München, und außerdem habe sich der menschliche Organismus über fünf Millionen Jahre hoch entwickelt. So sei ein sehr effektives System entstanden, um Stoffwechselendprodukte loszuwerden.

Das Entschlacken durch die „Giftstoffe ausleitende Verfahren“ sind also völlig unnötig. Trotzdem berichten viele Menschen, die einige Zeit gefastet haben von positiven Effekten. Bei chronischen Krankheiten, wie Arthrose, Rheuma oder Neurodermitis soll, so neuere Studien, das Fasten hilfreich sein. Ebenso bei Migräne. Vermutet wird, dass sich der Darm, als wichtige Komponente des Immunsystems, in der Fastenpause regenerieren kann und so das Immunsystem gestärkt wird.

Zum Abnehmen ist das Fasten übrigens nicht geeignet. Der Körper wähnt sich in einer Hungersnot und verwertet die Nahrung künftig noch effektiver als zuvor. Dadurch nehmen die meisten Menschen nach einer Fastendiät wieder mehr zu, als zuvor an Gewicht verloren haben.