Verwenden Bäcker tatsächlich einen aus Menschenhaaren gewonnen Stoff, um Brötchen das typische Aroma zu verleihen?

Angeblich soll der Ser Stoff aus asiatischen Menschenhaaren gewonnen werden. Was ist dran an dem Gerücht?

Anonymous meint:

Der Stoff um den es hier geht, heißt „Cystein“ und ist eine Aminosäure, die tatsächlich bei der Herstellung von Backwaren wie Frühstücksbrötchen, Brot, Kekse oder Kuchen verwendet wird.

 

Cystein kann vom menschlichen Körper selbst aus einer anderen Aminosäure (Methionin) gebildet werden und kommt in hoher Konzentration vor allem in den Haaren vor. Und in der Tat wurde der Stoff bis vor nicht all zu langer Zeit aus menschlichen Haaren, meist aus Asien importiert, aber auch aus Schweineborsten, Federn und Horn gewonnen. Dazu wurden die „Rohstoffe“ durch Kochen mit Salzsäure in die einzelnen Aminosäuren aufgespalten und das daraus isolierte Cystin anschließend zu Cystein reduziert.


Cystein erhöht das „Gashaltevermögen“ von Backwaren und sorgt für das typische Aroma von frischen Brötchen. Darüber hinaus verbessert Cystein die Elastizität und die Knetfähigkeit der verschiedenen Teige.

Seit einiger Zeit ist aber auch die gentechnische Herstellung von Cystein möglich. Ein entsprechendes Verfahren wird seit 2001 von der Firma Wacker-Chemie angewandt. Seit dem 1. April des selben Jahres ist auch eine EU-Richtlinie in Kraft, die immerhin vorschreibt, dass ein Ausgangsmaterial, das menschliches Haar, nicht mehr für die Herstellung von Cystein verwendet werden darf. Von Schweineborsten und Federn ist darin allerdings nicht die Rede.

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