Warum gibt es Stau ohne Unfall oder Sperrung?

Warum kann man 10 km im Stau stehen und plötzlich geht es wieder weiter, ohne dass es einen erkennbaren Grund für einen Stau gibt?

Matze aus Köln meint:

Weil Frauen einfach nicht Autofahren können und alle anderen hinter ihnen damit blockieren!

Kon_GT4 meint:

Ich hab immer soviele Opis auf der linken "Überhol"spur erlebt, die da regelrecht langgekrochen sind, glaube die sind oft der Grund. Einige spielen sich dann auch noch als "Verkehrserzieher" auf und wollen Dich zum Langsamfahren zwingen. Da ensteht dann meist ein Stau hinter denen.

Veifel meint:

Hauptgrund dafür ist die Kurzsichtigkeit der Fahrer. Aus irgendeinem Grund muss ein Fahrer die Geschwindigkeit reduzieren, dabei reicht es schon wenn es nur geringfügig ist. Sei es zum Beispiel weil ein langsamerer Fahrer auf die Überholspur wechselt wo man gerade vorbeifahren wollte. Sollte dann der folgende Fahrer nicht genug Vorraussicht oder Sicherheitsabstand haben um diese Geschwindigkeitsreduktion abzufedern muss er ebenfalls seine Geschwindigkeit reduzieren. Und viele Menschen bremsen hier dann zur Sicherheit etwas mehr als der Vordermann und das kann sich dann zu einem Stau aufschaukeln.

Tipp: Ausreichend Sicherheitsabstand einhalten, langsamer Abbremsen und immer mehrere Autos vorrausschauen. Reduziert man die Geschwindigkeit schon vorrausschauen ein wenig stört dass den Verkehrsfluss kaum. Muss man aber in die Bremse steigen ist das Risiko dass es zu dem oben genannten Dominoeffekt kommt weit größer.

Diana meint:

Es gibt Autofahrer, die bremsen weil sie z.B. am Straßenrand einen eventuellen Blitzer sehen, oder sie zeigen dem Beifahrer ein tolles Schloss, das sie gerade irgendwo dahinten sehen. Also dieser Autofahrer bremst recht kurz, der nachfolgende dann schon etwas mehr. es ist wie eine Kettenreaktion und kann im schlechtesten Falle zum Stau führen.

Der Eindruck eines "Staus aus dem Nichts" entsteht immer dann, wenn man einen Stau hinein fährt und dieser keine erkennbare Ursache hat. In der Realität hat aber jeder Stau seine Ursache.

 

Da sich Stauwellen mit ca. 15 km/h entgegen der Fahrtrichtung bewegen und bei genügend Zufluss am Stauende auch eine Lebenszeit von über einer Stunde haben können, bewegen sie sich als eigenständige "Objekte" rückwärts über Autobahnen.

 

Die meisten Staus (ca. 70%) entstehen durch schiere Überlastung, der Rest durch Unfälle, Baustellen und widrige Wetterbedingungen. Die Überlastungsstaus entstehen immer nach dem gleichen Schema:

An Anschlussstellen oder vor Steigungen wird die Dichte plötzlich größer und es entsteht zähfließender ("synchronisierter") Verkehr mit  10-30 km/h. Wenn in diesem Bereich ein Fahrzeug stehen bleibt und die nachfolgenden wegen diesem (auch nur kurz) anhalten müssen, bildet sich eine Stauwelle die nach hinten "abfließt".

 

Die zähfließenden Bereiche wirken wie Pumpen: eine Stauwelle nach der anderen wird losgeschickt, bis der Zufluss von hinter (z.B. nach dem Berufsverkehr) nachlässt. Es sind also immer Einzelne, die Stauwellen auslösen. Auch durch ständiges Spurwechsel, da die Autofahrer im zähfließenden Verkehr die anderen genau beobachten und häufig meinen, sie führen auf der langsameren Spur. Das ist aber nur ein psychologischer Effekt, da Fahrzeuge, die einen überholt haben, vor einem fahren und sich stärker einprägen, als die die man selbst überholt hat.

 

Zudem denken Autofahrer nur nach vorne und Stauwellen, die sie selbst verursacht haben, betreffen sie ja nicht mehr. Die Ameisen machen es da deutlich besser: sie werden einfach schneller, wenn ein Stau droht und laufen ihm einfach davon. Immerhin stehen alle Deutschen zusammengenommen pro Jahr ca. 535.000 Jahre im Stau!