Wie viele Bäume sind ein Wald?

Was eigentlich unterscheidet eine Ansammlung von Bäumen von einem Wald? Gibt es dafür eine gesetzliche Regelung oder muss eine bestimmte Fläche mit Bäumen bewachsen sein?

Leo aus Darmstadt meint:

Wald ist immer dort, wo man den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen kann!

BaumJohann meint:

Ich würde sagen, immer wenn man nicht mehr sehen kann, was hinter den Bäumen ist, weil so viele von Ihnen die Sicht versperren, dann ist es ein Wald.

Kathrin M. meint:

Oder mit Grönemeyer gefragt: Wann ist der Wald ein Wald?
Gefühlt ist es ab 100 Bäumen ein Wald, bei der Hälfte ein Wäldchen und bei noch weniger einfach eine Grünfläche.

Sophie meint:

Es kommt nicht auf die anzahl der Bäume an sondern auf die fläche an, es gibt auch wälder ohne bäume

 

Anm. d. Red.: Scheint tatsächlich etwas dran zu sein: http://www.kerner.de/wald%20ohne%20baeume_1995.html

FoA-Team weiß dazu:

Um die Frage zu beantworten muss man eigentlich erst einmal eine Gegenfrage stellen: Ist die Frage im rechtlichen oder biologischen Sinne gestellt?

Es gibt tatsächlich ein gesetzliches Regelwerk, dass die Frage zu beantworten sucht. Im „Bundeswaldgesetz“ heißt es unter §2 Absatz 1:

Wald im Sinne dieses Gesetzes ist jede mit Forstpflanzen bestockte Grundfläche. Als Wald gelten auch kahlgeschlagene oder verlichtete Grundflächen, Waldwege, Waldeinteilungs- und Sicherungsstreifen, Waldblößen und Lichtungen, Waldwiesen, Wildäsungsplätze, Holzlagerplätze sowie weitere mit dem Wald verbundene und ihm dienende Flächen.“

In §2 Absatz 2 wird ausdrücklich ausgeführt, was nicht als Wald gilt:

„In der Flur oder im bebauten Gebiet gelegene kleinere Flächen, die mit einzelnen Baumgruppen, Baumreihen oder mit Hecken bestockt sind oder als Baumschulen verwendet werden, sind nicht Wald im Sinne dieses Gesetzes. „

Wirklich schlauer ist man nach Lektüre diese Gesetztes eigentlich nicht. Denn das Gesetz trifft keine genaue Aussage, ab welcher Grundfläche oder ab welcher Anzahl von Bäumen eine Ansammlung von Bäumen als Wald gilt.

Aber vielleicht weiß die Biologie ja genaueres. Nach allgemeiner Anschauung ist eine Ansammlung von Bäumen nur dann ein Wald, wenn die bedeckte Fläche groß genug ist, um sich ein eigenes Klima und eine eigene Bodenbeschaffenheit zu schaffen.

Dazu kann man die Lufttemperaturen innerhalb und außerhalb des Baumbestandes vergleichen. Nur wenn die bedeckte Fläche groß genug ist, kann das Klima merklich beeinflusst werden.

Wahrscheinlich ist die biologische Definition auch diejenige, welche die meisten Menschen intuitiv getroffen hätten. Jeder der schon einmal durch einen Wald spaziert ist, hat den Unterschied des Klimas, sprich Temperatur und Luftfeuchtigkeit, sowie der Bodenbeschaffenheit wahrnehmen können.

FoA-Team meint:

Als Faustformel können wir also festhalten: Wald ist immer dort, wo es sich wie Wald anfühlt ;-)