Gibt es in deutschen Gewässern wirklich Piranhas?

In deutschen Seen und Flüssen sollen sich ausgesetzte Piranhas gut eingelebt
und vermehrt haben. Stimmt diese Behauptung und müssen wir in Zukunft auf
das Baden in solchen Gewässern verzichten?

Christoph meint:

Nee glaub ich nicht. Bei der ganzen Chemie in unseren Seen und Flüssen wären die doch sofort tot!

Benny meint:

Wahrscheinlich sind das irgendwie mutierte Karpfenfische. Die sind jetzt echte Kampfkarpfen und sehen dann so aus wie Piranjas.

Es gibt Piranhas in deutschen Gewässern. Sie wurden (und werden) immer wieder von Aquarianern freigesetzt. Meines Wissens haben sie sich aber bisher noch nirgends in Deutschland in freier Natur vermehrt. In den meisten Fällen sterben die ausgesetzten Tiere rasch, spätestens im ersten Winter.

 

Es gibt aber einzelne Gewässer in denen Piranhas den Winter überleben können, z.B. in der Erft (Nordrhein-Westfalen). Die Erft wird durch eingeleitetes Warmwasser aus dem Kohlebergbau erwärmt und die Wassertemperatur bleibt deshalb auch im Winter in einem für Piranhas tolerierbaren Bereich. Piranhas können 10 bis 20 Jahre alt werden und deshalb auch ohne natürliche Vermehrung längere Zeit in einem passenden warmen Gewässer präsent sein, besonders wenn durch ständige neue Freisetzungen für Nachschub gesorgt wird. Schwärme von Piranhas gibt es aber in der Erft deswegen nicht, es handelt sich sehr wahrscheinlich nur um einige wenige Tiere.

Piranhas sind im übrigen bei weitem nicht so gefährlich wie gemeinhin angenommen wird. Meistens fressen sie kleinere Fische, Krebse, Insekten, Aas oder auch Früchte, die ins Wasser fallen. Gosse Tiere oder Menschen werden nicht angegriffen. In ihrer Heimat in Südamerika werden Piranhas in der Trockenzeit, wenn der Wasserspiegel fällt oft in grossen Schwärmen in Seitenarmen oder Buchten vom Hauptgewässer abgeschnitten. In diesen langsam austrocknenden Tümpeln wird mit der Zeit das Futter knapp und die Tiere fressen dann alles was sie kriegen können. Unter solchen Umständen kann dann schon mal ein grösseres Tier überfallen werden. Es ist aber kein Fall dokumentiert, bei dem Piranhas einen Menschen getötet haben. Lediglich einzelne Bissverletzungen an Beinen oder Armen sind bekannt. Es gibt rund 40 verschiedene Pirahna-Arten, alle sind in Südamerika heimisch. Der bekannteste ist der Rote Piranha, er wird 20 bis maximal 30 cm gross.