Schwangerschaftstest mit Fröschen?

Stimmt es, dass man früher mit Hilfe von Fröschen Schwangerschaftstest durchgeführt hat?
Tanja Horn meint:

Vielleicht hat man sich ja so nen Frosch auf den Bauch gelegt. Wenn er runtergekugelt ist, wußte man dann, dass die Frau entweder sehr dick oder schwanger war. ;-)

Benny meint:

Na klar! Die Frau musste den Frosch küssen: verwandelte er sich in einen Schnuller war die Frau schwanger.

Alexandra Wirth, Böblingen meint:

Na klar! Die Frau musste den Frosch küssen: verwandelte er sich in eine Barbie gab's ein Mädchen, verwandelte er sich in Ken, wurde es ein Junge! Und wenn er sich in einen Prinz verwandelt hat, war sie dann eben kurz danach schwanger.

Der Frosch- oder Krötentest galt lange Zeit als einer der wichtigsten Teste für einen relativ frühen Nachweis einer Schwangerschaft. Der Frosch-Test geht auf den südamerikanische Arzt Dr. Carlos Galli Mainini zurück, der ihn 1947 einführte. Es handelte sich dabei um einen biologischen Schwangerschaftstest. An der Univ-Frauenklinik Greifswald wurden noch bis 1972 solche Teste durchgeführt. Für diese Zwecke hatte die Frauenklinik einen so genannten „Krötenkeller“, der vom Hausmeister der Klinik versorgt wurde.

 

Für den Schwangerschaftstest wurden jeweils 2 Anuren (Rana esculenta, R. temporia, Bufo vulgaris u. a.) verwendet. Jedem Tier wurden 2 ml Urin oder Serum vom Oberschenkel aus in den dorsalen Lymphsack gespritzt. Der Harn schwangerer Frauen enthält das relativ spezifische Schwangerschaftshormon HCG (humanes Choriongonadotropin), das den männlichen Frosch innerhalb von zwei bis drei Stunden zur Spermienproduktion veranlasst.

 

Nach 2, 4 bzw. 6 Std. wurde mittels einer Pipette Urin aus der Kloake des Tieres entnommen und mikroskopisch untersucht. Die Spermien waren unter dem Mikroskop gut zu erkennen. Die Reaktion auf HCG galt als positiv, wenn in der Urinprobe des Frosches Spermien nachzuweisen waren. Nach einer Ruheperiode von 3 bis 4 Wochen waren die Tiere erneut verwendungsfähig.

 

Die Empfindlichkeit der Frösche und Kröten war allerdings nicht sehr groß (erst 10 bis 30 IE HCG lösten bei Bufo vulgaris eine Spermaturie aus) und sie schwankte zudem jahreszeitlich. Trotzdem wurde bei der Diagnose von Normalgraviditäten eine 96 bis 100 %ige Treffsicherheit erzielt. Der Nachweis von sehr frühen Graviditäten und ektopischen Schwangerschaften (Eileiterschwangerschaften) mit noch niedrigen HCG-Werten musste gegebenenfalls mit vorher konzentriertem Urin geführt werden.

 

Der Test galt für den Frosch als nicht schmerzhaft. Im Bedarfsfalle konnte der Frosch-Test auch für quantitative HCG-Bestimmungen ausgebaut werden. Man verwendete dazu pro Verdünnungsstufe 4 Tiere, von denen 2 eine Spermaturie (Samenzellen im Urin) aufweisen mussten, wenn die betreffende Verdünnungsstufe als positiv gelten sollte. War die nächst höhere Verdünnung negativ, dann war der Grenzwert erreicht. Durch Multiplikation des Empfindlichkeitswertes der Frösche oder Kröten (z. B. 20 IE HCG) mit dem Grade der Urin- bzw. Serumverdünnung und mit der 24-Std.-Urinmenge bzw. mit 1000 ml Serummenge erhielt man die HCG-Menge in IE pro 24-Std.-Urin bzw. pro 1 Liter Serum.