Hat Coca-Cola den Weihnachtsmann erfunden?

In der ganzen Welt kennen ihn die Menschen als Father Christmas, Sint Nikoloses, Père Noël, Sinterklaas, Nikolaus oder Santa Claus.  Ganz gleich, wie er genannt wird, über eins sind sich alle Kinder einig: 

Er ist pausbäckig, trägt einen roten Mantel, hat einen weißen, langen Bart und rosige Wangen und trägt wuchtige schwarze Stiefel. Er ist ein gutmütiger dicker Mann gegen den der Nikolaus ganz schon blass aussieht!

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Coca-Cola diesen zur Weihnachtszeit überall präsenten Superstar erfunden oder aber doch zumindest in den Firmenfarben rot-weiß eingefärbt hat... Passend wäre es ja und Tatsache ist das keine andere Firma den Weihnachtsmann als Werbeträger so offensichtlich nutzt wie Coca-Cola! Ist der Weihnachtsmann also nur ein Angestellter aus Atlanta?!

Stephane meint:
Soweit ich richtig informiert bin, ist deine Darstellung zur Erschaffung des Weihnachtsmannes nicht ganz richtig. In einem artikel habe ich letztes Jahr gelesen, dass, wie bei dir richtig beschrieben, bei den Katholiken sankt Nikolaus am sechsten Dezember Gehschenke brachte. Nun soll Martin Luther für die "gelackmeierten" Protestanten den "heiligen christ" erfunden haben, der den Protestanten zu weihnachten Gehschenke brachte. Da man mit dem "heiligen christ" wenig verbinden konnte, wurde daraus immer mehr das "Christkind" weil es auch eine gewisse Reinheit implementierte. Jedoch hatte das "Christkind" keine Verbindung zu dem "Christuskind" (Jesus in der Krippe) welches für die Katholiken eine wichtige Symbolfigur war. Da nun an dem großen weihnachtsfest die Katholiken "leer" ausgingen soll aus der katholischen kirche der "Weihnachtsmann" entstanden sein, der ursprünglich eine braune Kutte trug. Eigenartiger weise hat sich im laufe der Jahre ein Wandel vollzogen, in ´welchem in Deutschland die Protestanten das weihnachtsfest eher mit dem Weihnachtsmann und die Katholiken eher mit dem Christkind verbanden.
Subzero meint:
Hätte der Weihnachtsmann eine alternative? Cola hat Koffein. Kaffe auch. Hat der Weihnachtsmann eine Thermoskanne. Ich glaube nicht. Oder hat ihn schon mal jemand damit gesehen. Und wie soll er wach bleiben? Gehen wir davon aus, dass der X-Mas-Man die ganze Zeit unterwegs ist und keine Zeit hat sich immer Kaffe zu Kochen. Cola Automaten gibt es aber überall. Hat Der X-Mas-Man also die Idee von den allgegenwärtigen Cola Automaten bei der Industrie verbreitet und kassiert als stiller Teilhaber Anteile? Damit kommen wir zur nächsten Frage. Ist er Koffeinsüchtig. Wir sollten mal Mulder und Scully Fragen.
FoA - Team weiß dazu:

Also mal von vorne, fest steht:

 

Dieses Aussehen hatte der Weihnachtsmann nicht immer. Ursprünglich gab es eine Vielzahl unterschiedlicher Entwürfe und kein allgemein vertrautes Aussehen. Der heilige Nikolaus wurde schon in vergangenen Jahrhunderten in Europa als Geschenkebringer verehrt, allerdings immer als hoch gewachsene, ernste Bischofsfigur, mit Gewändern in ganz unterschiedlichen Farben. 1809 trägt der Weihnachtsmann in dem Buch "Knickerbockers Geschichten aus New York" des Schriftstellers Washington Irving einen "tiefen Hut mit breiter Krempe, eine riesige flämische Kniehose und lange Pfeife".

Als holländischer Sinter Klaas gelangte er nach Amerika, und dort beschrieb ihn 1821 der Dichter Clement C. Moore in seinem berühmten Gedicht " A Visit from St. Nicholas" erstmals als "pausbäckigen, pummeligen, alten Kobold" - allerdings in Elfengröße.

Viele Zeichnungen wurden nach diesem Gedicht angefertigt, so zeichnete der Illustrator Thomas Nast "Santa Claus" schon in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in der Gestalt, die wir heute kennen, allerdings in Schwarzweiß

Erst in den zwanziger Jahren schließlich begann dann der heute übliche rot-weiße Weihnachtsmanndress über die anderen Farben zu dominieren. 

Am 27. November 1927 schrieb die New York Times: "Ein standardisierter Santa Claus erscheint den New Yorker Kindern. Größe, Gewicht, Statur sind ebenso vereinheitlicht wie das rote Gewand, die Mütze und der weiße Bart." 

Dieses Aussehen hat der Weihnachtsmann spätestens seit 1931.

Damals beauftragte die "The Coca-Cola Company" den schwedisch-amerikanischen Zeichner Haddon Sundblom, den "Santa Claus" für eine Werbekampagne zu zeichnen. Sundblom schuf einen sympathischen "Weihnachtsmann zum Anfassen". Seine Vorlage: das Gesicht eines pensionierten Coca-Cola Fahrverkäufers.Der erste "moderne" Weihnachtsmann erschien in einer Zeitschriftenanzeige der "Saturday Evening Post".

 In den folgenden 35 Jahren entwickelte Sundblom immer neue Szenarien für Coca-Cola und Santa Claus. Jedes Jahr - bis 1966 - schuf Sundblom mindestens einen fröhlichen Santa Claus für die Weihnachtswerbung von Coca-Cola. 

Später nahm der Zeichner sein eigenes Gesicht als Vorlage und mixte ein Antlitz, das sich schnell um den ganzen Globus verbreitete: 
Heute ist diese Figur der Inbegriff vom Weihnachtsmann und in der ganzen Welt vertraut:

Der großväterliche Weihnachtsmann mit Pausbacken, stattlichem Rauschebart und einem roten Mantel mit weißem Pelzbesatz - den traditionellen Farben von Coca-Cola.

Welt der Wunder, PRO7 weiß dazu:
...der Weihnachtsmann im Gegensatz zum Nikolaus eine fiktive Gestalt ist. Als Ablehnung gegen die Heiligenverehrung wollten die Protestanten am sechsten Dezember, dem Todestag des heiligen Nikolaus, keine Geschenke verteilen. Sie bestanden darauf, dass Geschenke nur am heiligen Abend gemacht werden. Und zwar vom Weihnachtsmann. Die Folge: In katholischen Gebieten gab es den Nikolaus, in evangelischen den Weihnachtsmann. Die Erfolgsgeschichte des Weihnachtsmannes ließ sich nicht mehr aufhalten. Im „Deutschen Wörterbuch“ von 1820 wird der Weihnachtsmann bereits als Synonym für das Christkind genannt. Heute ist der Weihnachtsmann die Symbolfigur des weihnachtlichen Schenkens. Über sein Äußeres gab es lange verschiedene Vorstellungen. Einmal war der Weihnachtsmann ein pummeliger, alter Kobold, ein anderes mal ein Mann mit tiefem Hut, Kniehose und Pfeife. Die Coca-Cola Company ließ 1931 für eine Werbekampagne den Weihnachtsmann zeichnen. Das Ergebnis: Ein rotbackiger, großväterlicher Mann mit roter Zipfelmütze und weißem Rauschebart. Genau dieser „Weihnachtsmann zum Anfassen“ schaffte es, sich in unseren Köpfen festzusetzen.
Nun, wie wir gesehen haben, gibt es keinen wirklich überzeugenden Grund, sich dem allgemein üblichen äußeren des Weihnachtsmannes in rot-weiß mit weißen Rauschebart anzupassen. Darum können wir nur jedem empfehlen seiner Phantasie freien Lauf zu lassen und dem Weihnachtsmann eine persönliche Note zu verpassen... wer weiß, vielleicht sieht der Weihnachtsmann dann in hundert Jahren ganz anders aus, und keiner kann sich vorstellen, dass er jemals rot-weiß gewesen ist...