Warum schmeckt Saft nach dem Zähneputzen so beschissen?

Allgemein hin gilt es ja als ekelig, zu frühstücken ohne vorher die Zähne zu putzen. Wer jedoch einmal nach dem Zähneputzen direkt einen frisch gepressten O-Saft getrunken hat, der wird diese gesellschaftliche Konvention sicher noch mal in Frage stellen, denn von frischen Geschmack kann da nicht mehr die Rede sein. Mit O-Saft und Cola ist es nicht besser (aber Cola soll man je eh nicht zum Frühstück trinken!), bei Milch macht sich das Phänomen seltsamer Weise nicht bemerkbar.
Pit meint:
Zum Safttrinken den Becher wechseln !
Ukyo meint:
Saft kann auch vor dem Zähneputzen bereits beschissen schmecken...
Slasher meint:
Also ich denke, dass soll jetzt net so altklug sein aber vielleicht setzt sich der Geschmack auf der Zunge von der Zahnpasta ab und über deckt die Geschmackszellen!!!!
Andrea meint:
Weil der Saft und Wirkstoffe aus der Zahnpasta eine chemische Reaktion auslösen.
DrVenkmann meint:
Weil die Bakterien vom Saft und die Antibakterien von der Zahnpasta sich bekriegen, das Blut, dass dabei vergossen wird schmeckt dann halt zum Kotzen.
Der bittere Geschmack von Orangensaft nach dem Zähneputzen ist die Folge der Wechselwirkung bestimmter Stoffe des Orangensafts und der Zahnpasta mit den verschiedenen Geschmackszonen der Zunge. Zunächst einmal enthält der Saft der Apfelsinen (Citrus sinensis) ein ganzes Gemenge von Geschmacksstoffen, darunter auch Bitterstoffe, wie das Limonin. Der Geschmack des Orangensafts wird von den Geschmacksrezeptoren auf der Zunge wahrgenommen, mit der wir die vier Grundgeschmacksarten süß, sauer, salzig und bitter schmecken. Die jeweiligen Rezeptoren liegen jedoch nicht gleichmäßig auf der Zunge verteilt, sondern sind in bestimmten Partien des Zungenkörpers lokalisiert. Die Geschmackszone für den süßen Geschmack liegt dabei am vorderen Ende des Zungenkörpers, während Bitter im hinteren Bereich, in der Nähe des Rachens wahrgenommen wird. In Zahnpasten sind in eine Grundlage aus Bindemitteln und Wasser verschiedene Inhaltsstoffe eingebettet, zu denen auch Pflanzenextrakte aus Kamille, Arnika, Calendula, Hamamelis, Myrrhe, Rosmarin und Salbei zählen. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung und enthalten Gerbstoffe, die, genau wie das ebenfalls verwendete Aluminiumlactat, eine adstringierende Wirkung besitzen. Solche Adstringentien führen in den Schleimhäuten und Wunden zu Eiweißfällungen und Gerinnungen und verdichten so das Gewebe an den behandelten Stellen. Sie wirken blutstillend, entzündungshemmend, antibakteriell und schmerzstillend. Gleichzeitig beeinträchtigen sie aber die Funktion der Geschmacksrezeptoren und verursachen das pelzige und taube Gefühl auf der Zunge. In Zahnpasten werden zudem häufig Pfefferminzöle eingesetzt, die wegen ihres hohen Mentholgehalts eine kühlende Frische vermitteln. Wegen seiner oberflächenanästhesierenden Wirkung trägt es somit ebenfalls zu dem Taubheitsgefühl der Zunge bei. Beim Zähneputzen kommt vorzugsweise die vordere Mundhöhle und damit der vordere Teil des Zungenkörpers mit der Zahnpasta in Berührung. Die Geschmacksrezeptoren im hinteren Teil der Zunge, wo Bitterkeit empfunden wird, sind durch die Wirkstoffe der Zahnpasta weit weniger betroffen als die Rezeptoren auf der Zungenspitze, die für den süßen Geschmack verantwortlich sind. Die Folge ist, dass beim Trinken des Orangensaftes nach dem Putzen vornehmlich die in den Apfelsinen vorhandenen Bitterstoffe wahrgenommen werden, während seine Süße von den betäubten Geschmacksrezeptoren im vorderen Bereich der Zunge nicht geschmeckt wird. Hinzu kommt, dass Zahnpasten Süßstoffe enthalten. Zusätzlich zu der Beeinträchtigung der Geschmacksrezeptoren durch die Wirkstoffe der Zahnpasta spielt daher die Belegung der "süßen" Geschmacksrezeptoren mit diesen Stoffen eine Rolle. Die Zunge ist also nach dem Zähneputzen für den Geschmack Süß weniger empfindlich, da die Rezeptoren zum Teil noch belegt sind und erst mit der Zeit wieder zur neuerlichen Aufnahme von Geschmacksstoffen fähig sind. (Zitiert von http://www.wissenschaft-online.de/artikel/584080, Autoren: Hans Steinhart und Kerstin Fleischer)

Man könnte ja einfach 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen und Zahnpasta mit Orangengeschmack erfinden, dann kann man sich entweder der O-Saft ganz sparen, oder aber er schmeckt genauso wie die Zahnpasta. Bei Shampoo gibt´s das ja schon, obwohl das ja eigentlich keiner trinkt!

 ... vielleicht hast Du ja auch eine Idee?