Warum setzt man sich beim Arzt und in der Bahn nur ungern neben andere?

Karin meint:
Man setzt sich deshalb beim Arzt, aber auch in der U-Bahn, im Kino, etc. so ungern direkt neben jemanden, weil man um sich herum einen persönlichen Raum hat, in den man nur sehr nett Menschen eindringen lassen will. je netter, je näher. Das besondere ist aber, dass sich dieser Raum der Umgebung anpasst, d.h., wenn es sehr voll ist, schrumpft mein persönlicher Raum, habe ich aber extrem viel Platz, finde ich es schon als zu nah, wenn jemand sich mir auf mehr als einen Meter nähert. Deshalb setzt man sich z.B. Im Kino erst mal weiter weg von den anderen, wenn es dann aber richtig voll wird, ist es mir egal, wenn jemaden direkt neben mir sitzt. Wissenschaftliches Buch dazu: Erving Goffman, Individuen im öffentlichen Austausch.
testerlin meint:
Der gleiche Grund lässt alle im Aufzug geradeaus starren. Das liegt daran das alle Menschen bestimmte Distanzzonen hat. Wie die sich genau erklären weiß ich auch nicht, ist aber problemlos im Internet nachvollziehen.... :-D
Sandy meint:
Ist mal wieder so ein Klischee! Wie z.B. dass alle Österreicher Dirndl tragen, oder dass alle Chinesen Kung - Fu können. Es ist jedoch durchaus richtig, dass jeder Mensch eine bestimmte Grenze hat, die gewisse Richtlinien und gewisse Limits nicht überschritten werden dürfen, jedoch reagiert jeder Mensch ganz anders auf dieser Situation. Es hängt vom Charaktertyp und von der Charakteranalyse unterschiedlicher Berechnungen, die in der Psychologie untersucht wird. Was soviel bedeutet: Ein Mensch, der in seiner Kindheit nicht Eingeschränkt und mit allem was nötig gewesen ist versorgt wurde, ist es durchaus Ersichtlich, dass es ihm nichts ausmacht neben jemandem zu sitzen, auch wenn's mal eng wird, jedoch muss es sich auch auf jemandem beziehen, dessen Charakter passend ist. Ein eher schüchterner Mensch, der niemandem anschauen kann ohne dabei rot zu werden, könnte dieses als unangenehm empfinden und würde sich den entferntesten Platz aussuchen, um nur für sich zu sein und sich damit die zeit vertreiben. Hingegen jemand, der sehr Temperamentvoll und kontaktfreudig ist macht es überhaupt nichts aus direkt 2cm neben jemandem zu sitzen, er würde sogar auch noch ein Thema ansprechen und plaudern bis die Zeit vergeht. Da kommt es aber auch auf die Lebensweise dieser Person drauf an. Ein Beispiel dafür wäre, wenn z.B. nur dieser Sitzplatz neben einem Afrikaner frei wäre, da kommt es auch auf die Transaktionsanalyse: Eltern-Ich, Kindheits-Ich und Erwachsenen-Ich(Thomas A. Harrison) d.h. ob die Eltern dieser Person dem Menschen von Kindheitsalter schlechtes über Schwarze eingeredet haben, dann wird er durchaus den Sitzplatz meiden und den Stehplatz bevorzugen. Wie man sieht es spielt vieles und mehr eine große Rolle, als nur das Aussehen allein!
Anonymous meint:
Weil man unterbewusst Angst hat sich vielleicht anstecken zu können. Denn im Wartezimmer eines Arztes sitzen ja meisten kranke Menschen.
Anonymous meint:
Damit man sich nicht ansteckt. Oder nicht ins Gespräch über das Gebrechen gezwungen wird!
Anonymous meint:
Ganz klar, aufgrund des Territorialverhaltens des Menschen. Es gehört zu den erblichen Merkmalen des Menschen, es verhindert einen ständigen Kampf um Ressourcen u. ä.. Auch das Streben nach eigenem Besitz des Individuums spielt eine Rolle. Der Mensch beansprucht den größtmöglichen Besitz, auch wenn er nur temporär ist. An Stränden, Bussen, Bushaltestellen, Praxen usw. zu beobachten. Demgegenüber steht das Bedürfnis nicht aufzufallen. Wenn wenige Menschen z. B. in einer Konzerthalle stehen, steht niemand mitten in der Halle auf freiem Raum, In der Kantine sitzt keiner in der Mitte des Raums wenn dieser relativ leer ist. Immer wieder herrlich solche Dinge zu beobachten.
Diblubb meint:
Weil jeder Mensch einen Raum um sich hat, in den er nur äußerst ungern andere Menschen, vor allem Fremde hineinlässt. Seltsamerweise bemerkt man ja sogar, wenn sich jemand von hinten nähert. Dieser Raum den jeder Mensch erst mal haben will beträgt übrigens so ca. eine Armlänge. Man will eben nicht, das andere einem "zu nahe" kommen, weil man Fremden gegenüber immer skeptisch ist. Darum begibt man sich natürlich auch nicht freiwillig in diese unangenehme Nähe...
Andi meint:
Natürliche Abwehr . Distanzbewahrungsstrategie des Menschen. Auch an teilbesetzten Tischen im Restaurant setzt der Mensch sich an den nächst freien Tisch. - Angst vor Ablehnung - Kontaktscheuheit......
Jan Krüger meint:
Jedes Lebewesen hat einen natürlichen Sicherheitsbereich und bei den meisten Menschen ist der in einer engen Arztpraxis schon überschritten. Wenn man einmal die Leute gut kennt oder sagen wir anders ihnen vertraut, dann setzt man sich gerne neben sie.
Anonymous meint:
Beim Arzt liegt das bestimmt daran dass man weiß das die Person, neben die man sich setzt krank sein muss - und man weiß ja nicht was sie hat oder ob's ansteckend ist. In der Bahn sind die Sitze oft unangenehm nah zueinander angeordnet und in Kurven stößt man dann gegen den andren. Außerdem begegnet man, finde ich, immer so komischen Leuten.
B...., Wien meint:
Weil speziell kranke Leute manchmal einen unangenehmen Geruch haben - und meistens sitzen beim Praktiker sowieso alte Leute, wo sich dann der Oidleidgruch mit dem Krankheitsgeruch mischt - pfui! Aber auch um sicherzugehen nur wegen seiner EIGENEN KRANKHEIT ins Arztzimmer hineinzugehen (Ansteckungsgefahr)
peter meint:
Hängt mit dem Urinstinkt zusammen! (Territorialverhalten) Wenn man könnte, würde man auf den freien Platz zwischen den Leuten noch hinpinkeln um sein "Reich" zu markieren. In diesem Sinne :-)
Fabian meint:
Ich persönlich frage immer, wie lange die Wartezeit ist... Dann geh ich lieber noch eine rauchen... Zu meinem Leidwesen treffe ich immer die Termine an denen es regnet und das Wartezimmer mit 30 Leuten überfüllt ist... Wer viel U-Bahn fährt mag abgehärtet sein, ich bin es nicht...
DENNIS1STEIN meint:
Dabei handelt es sich um einen Urinstinkt. Derjenige der bereits dort sitzt, schafft eine "Duftaura" um sich herum die besagt: "Das ist mein Revier innerhalb diesem Bereich, suche dir ein anderen Bereich." Hierbei sondert der Körper einen Duftstoff aus der dem anderen diese Aussage ohne Worte deutlich macht. Beispiel setze dich in einen Warteraum und strecke vor dir deine Beine aus. Achtest du nicht auf deine Beine wird früher oder später jemand über sie stolpern, konzentrierst du dich auf deine Füße, besagt dies: ACHTUNG, wehe jemand stolpert über meine Beine.". Und siehe da, niemand wird über deine ausgestreckten Beine stolpern.
Christoph meint:
Ich setz mich aus dem einfachen Grund nicht neben andere Leute, weil ich gerne Platz haben will. Ein anderer Grund ist jener, das ich mich schnell zu beengt fühle wenn jemand neben mir sitzt (U-Bahn) und den dann zwingend ansprechen muss, wenn der mal zur Seite Rücken soll, wenn ich aussteigen will. Man ist Mundfaul, weshalb sich immer auch gerne in die Gangmitte setzt, das sich bloß keiner neben einen setzt oder fragt Sie jemand ob ich ans Fenster mich setzen darf ? ;-)
Hans Klotzinger meint:
Meiner Erfahrung nach passiert das ja nur, so lange noch viel Platz frei ist. Wenn kaum noch Sitzplätze frei sind, setzt man sich auch unmittelbar nebeneinander. Es wäre schon eigenartig, sich als Zweiter in einem Warteraum gleich neben den Ersten zu setzen, denn üblicher Weise möchte jeder Mensch lieber mehr als weniger Freiraum. Das gilt auch in der Bahn, im Bus usw., allerdings nur für Fremde. Wenn ich gemeinsam mit Bekannten wo hin gehe, setzen wir uns nebeneinander, auch wenn fast alles leer ist.
Chris meint:
Die meisten hier gegebenen Antworten sind recht unbefriedigend, da die Antwort relativ simpel ist. Wir Menschen haben eine bestimmte Distanzzone gegenüber Fremden. Sie entspricht mindestens einer Armlänge. Wird sie unterschritten, fühlen wir uns unwohl. Das Durchbrechen dieser Zone gestatten wir nur Menschen, die eine bestimmte Funktion erfüllen, wie Kellnern oder Lehrern. Gleichzeitig deklarieren wir sie als "Unpersonen" und schauen ihnen nicht ins Gesicht. Eher schon auf die Aktivität als solche. Bringt ein Kellner das Essen, glotzen wir wie gebannt auf den Teller, statt dem Kellner zum Beispiel ins Gesicht zu sehen. Hübsch ist es auch zu beobachten, wie sich eine durchgehende Bank auf die 5 Personen passen, nach und nach mit Menschen füllt. Erst wird eine Seite besetzt, dann die entgegengesetzte. Der Dritte setzt sich genau in die Mitte. Sollte einer der beiden Aussensitzenden nicht exakt außen sitzen, wird er seine Sitzhaltung vermutlich korrigieren und so "das Revier gerecht verteilen". Der 4. setzt sich wahrscheinlich links hin (siehe Linksdrall), woraufhin der Mittlere leicht nach rechts rückt...
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