Wann ist etwas ein Obst und wann ein Gemüse

Spätestens wenn im Frühjahr die Rhabarberzeit beginnt und Mutti mal wieder einen Rhabarberkuchen backt, kommt in einigen Familien die Frage auf, ob es sich bei Rhabarber um Obst oder Gemüse handelt und nicht selten scheiden sich je nach Blickwinkel daran die Geister. Da kaum einer behaupten würde eine Rhabarbertorte wäre ein Gemüsekuchen, geht man meist von Obst aus, obschon Rhabarber botanisch betrachtet ein Gemüse darstellt. Man sieht: Eindeutig ist die Sachlage ganz und gar nicht... und das nicht nur beim Rhabarber, oder hast Du dich schon mal ernsthaft gefragt, was genau ein Gemüse ausmacht und was ein Obst? Warum eine Tomate Gemüse ist, ein Apfel aber Obst?
Reinhold meint:
Die Frage ist müßig. Es gibt real gar kein Obst und Gemüse, da beides nur sprachliche Oberbegriffe sind. Es gibt nur Rhabarber, Tomaten, Erdbeeren usw.
Anonymous meint:
Da ich gerade Erdnüsse esse, stellt sich mir die Frage: sind Erdnüsse Gemüse oder Obst? (wachsen am Strauch auf dem Boden, habe Kerne und sind roh sowie gesalzen genießbar). Oder ist das eine weiter Gruppe pflanzlicher Kost "Nichtobstgemüse"? Noch eine Anmerkung: im anglizistischen Sprachraum nennt man Obst ja einfach "fruits" - und das sind bekanntermaßen jene Teile, die Pflanzen eigens für Zweibeiner & Co produzieren ;-)
nt0mjjrr001 meint:
etymologisches Wörterbuch (Duden Band 7): Obst Das westgerm. Wort ist eine verdunkelte Zusammensetzung und bedeutet eigentlich "Zukost" [...] Das Wort bezeichnete in alter Zeit alles das, was außer den Hauptnahrungsmitteln Brot und Fleisch während einer Mahlzeit gegessen wurde, also auch Hülsenfrüchte, Gemüse oder dgl. Gemüse Das im germ. Sprachgebrauch nur im Dt. gebräuchliche Wort ist eine Kollektivbildung zu dem unter -> Mus behandelten Substantiv. Es bedeutete zunächst nur allgemein "Brei, Speise". Dann bezeichnete es speziell den Brei aus gekochten Nutzpflanzen und schließlich auch die unzubereiteten Nutzpflanzen. Mein Gebrauch: Obst = essbare Früchte von Bäumen und Sträuchern, die (meist) roh gegessen werden Gemüse = Pflanzliche Teile, die (meist) gekocht gegessen werden.
Anonymous meint:
Kartoffel gehört zu den Nachtschattengewächse (Solanaceae). Ist kein Obst (wer nur auf diese blöde Idee mit Kernobst kam *lach*)..., sondern ein Gemüse. Eigentlich eine tropisch-suptropische Pflanze, die sowohl unter Kurz- als auch Langtagsverhältnisse (= die Zeit, wo es hell ist; Tropen = ca. 12-13 Std.; bei uns herrschen Kurz- und Langtagverhältnisse) wächst. Daher hat sie bei uns auch die besten Anbaubedingungen. Wurzelgemüse ist auch falsch, sondern sie bildet Knollen aus.
jck meint:
Also unsere Englisch-Lehrerin war der festen Überzeugung, Kartoffeln sind kein Gemüse, sondern eine Sättigungsbeilage! Wäre auch ne Antwort darauf, was man so in der Schule alles lernen kann.
Annja meint:
Die Früchte und Samen einjähriger Pflanzen nennt man Gemüse, die Früchte und saßen mehrjähriger pflanzen nennt man Obst.
Joey D. meint:
Ich würd´s so definieren : Obst ess´ ich meist roh. Gemüse wird i.d.R. vorher gekocht ;-) Vielleicht auch deswegen, weil Obst meist süßer ist als Gemüse. Ist jetzt nur ´ne spontane Idee ;-)
Anika meint:
Bis auf wenige Ausnahmen wachsen doch alle Gemüsesorten in oder knapp über der Erde, während Obst doch fast immer an Bäumen oder Sträuchern zu finden ist. Vielleicht liegt da der Unterschied? :)
Anonymous meint:
Gemüse wächst unter/auf der Erde, Obst auf Bäumen bzw. über der Erde. Ausnahme: Erbsen.
Willy Woodpecker meint:
Bin leider kein Obst- oder Gemüseexperte, deswegen kann ich folgendes, weder als 100%ig richtig darlegen, noch verwerfen, da ich auch selber nicht genau weiß, WAS ein Gemüse oder Obst ist. Mir wurde mal gesagt, dass eine Obstfrucht oberhalb der Erdoberfläche wächst, währende Gemüse unterhalb des Bodens verbleibt, bis er geerntet wird. Vielleicht schaffst du es ja hier raus neue Erkenntnisse zu ziehen, oder du kannst du durch ein konkretes Beispiel meine These widerlegen.
Leopold Quack meint:
Also das hier ist mehr oder weniger ein "Expertenrat", denn er stammt von meiner Biolehrerin. (war außerdem ganz praktisch, denn jetzt denkt die u.U. ich würde mich für Bio interessieren!) Die Unterscheidung von Obst und Gemüse ist in der Biologie nicht festgelegt, d.h. mehr oder weniger es gibt sie nicht. Viel mehr hat die Küche diese Bezeichnung erfunden, denn in der Biologie gibt es nur Früchte (Kirschen, Zucchini usw.), Knollen (Kartoffeln), Zwiebeln (Zwiebeln*g*) und Blätter (Spinat). Die Küche unterscheidet Obst und Gemüse wahrscheinlich nach Zuckergehalt und ob man es Kochen muss oder so.
Sarah meint:
Diese Frage habe ich einmal ganz spontan meinem Vater gestellt und ohne zu überlegen sagte er: Obst sind Früchte, die an Bäumen, Sträuchern... wachsen und keine Wurzeln haben, Gemüse sind Früchte, die im Boden wachsen und verwurzelt sind. Klingt plausibel, ODER???
Brirra meint:
Ich weiß was.... Obst (deutlicher wird der Unterschied, wenn man den Ausdruck "Frucht verwendet"), sind essbare Früchte einer Pflanze, daran zu erkennen, dass sich am Fruchtknoten noch der Blütenansatz befindet. Tomaten, Zucchini und Gurken, aber auch Avocados sind also eigentlich Obst. Der Ausdruck Gemüse hingegen besagt, dass Teile einer Pflanze essbar sind, z.B. die Wurzeln (Mohrrüben, Wurzelknollen (Kartoffeln) oder sie Sprossachse (Spargel)
Jenny w. meint:
Gemüse ist eher pikant, wohin gegen das Obst eher süßlich schmeckt.
Anonymous meint:
Wenn man etwas pflücken muss dann ist es Obst, muss man es ausgraben, ist es Gemüse.
Cherry meint:
Zu Obst zählt man alles was an Bäumen, Sträuchern und so was wächst. Zu Gemüse gehört alles, was auf der Erde wächst.
Bergoron meint:
SUUPER! Jetzt bin ich noch viel verwirrter als vorher! Tipp: Die Grenzgänger unter dem Obst und Gemüse immer als Obstgemüse bezeichnen. Tomaten und Gurken z. B. sind doch Obstgemüse, oder? Und überhaupt, wie und wo wächst eigentlich die Ananas? Auf Bäumen? In Sträuchern? Nein, ich glaube sie ist eine am Boden wachsende Monokotyledone, also könnte sie doch auch einjährig sein. Oder?
Lastfuture meint:
Zumindest für mich ist Obst süß (oder sauer) und Gemüse nicht. was man auch sagen könnte: Gemüse schmeckt gesüßt nicht und Obst schmeckt gesalzen nicht.
Mia meint:
Mehrjährige Pflanzen, die erst nach mehreren Vegetationsperioden (2-3 Jahre) Früchte tragen, oder den vollen Ertrag bringen. Z. B.: Äpfel, Birnen, Kirschen... (auch Erdbeeren, denn sie bringen auch erst nach einem Jahr den vollen Ertrag) Gemüse ist : Meist Pflanzen die einjährig kultiviert werden (aber dadurch nicht einjährig sein müssen) und im ersten Jahr schon den vollen Ertrag bringen. Z. B.: Tomaten, Gurken, Paprika... (auch Rhabarber; siehe Erdbeeren) Das ist die offizielle Erklärung die ich gelernt habe. Dürfte aber nur die Botaniker unter uns zufrieden stellen!
Unter www.erzeugermarkt.de kann man lesen: Unter Obst versteht man definitionsgemäß die "essbaren Früchte von mehrjährigen, meist in Kultur genommenen Gewächsen". Der Begriff Obst entstammt dem althochdeutschen "ob-az", was soviel bedeutet, wie eine über das Essen hinausgehende Speise, also eine "Zukost". Gemüse ist laut Lebensmittellexikon ursprünglich eine "gekochte, aus Pflanzen oder Pflanzenteilen bereitete Speise, meistens als Gericht, ein Teil der Hauptmahlzeit, zuweilen auch selbständiges Gericht." Das Wort stammt aus dem Mittelalter und ist von "Mus" abgeleitet, was soviel bedeutet wie "breiige Speise". Heute versteht man darunter "frische essbare Pflanzenteile krautiger wild wachsender oder in Kultur genommener Gewächse." Kartoffeln und Pilze zählen allerdings nicht dazu. Aus den Definitionen ist nicht unbedingt ersichtlich, worin der Unterschied zwischen Obst und Gemüse besteht. Obst muss zwar mehrjährig sein, Gemüse kann dies aber auch sein, man denke nur an den Rhabarber, der mehrjährig ist und übrigens zum Gemüse zählt. Weiter hilft die Betrachtung von der botanischen Seite: Obst besteht botanisch nämlich aus den Keimzellen von Pflanzen und entsteht aus der Blüte. Gemüse entsteht aus anderen Pflanzenteilen. Tomaten und Zucchinis sind demnach Obst. Somit gibt es zwar eine Antwort, aber so richtig zufrieden stellt sie wohl nur Botaniker... (Autor: Michael Kindt - zitiert von http://www.erzeugermarkt.de)
FoA - Team weiß dazu:
Ganz einfach kann man es aber auch wie folgt definieren: Früchte sind Teile der Pflanze, die Samen enthalten und in vielen Fällen gerade zum Verzehr angeboten werden. In der Natur half dies den Tieren beim Überleben (Nährstoffe) und den Pflanzen beim Verbreiten (unverdauliche Samen werden mitsamt Dünger ausgeschieden). Gemüse hingegen bezieht sich umgangssprachlich auf Teile der Pflanze, die halt nicht zum Aufessen »gedacht« sind: Wurzeln, Knollen, Blätter, Blütenstände (Kohl). Bei Gemüsen werden die Blätter und bei Obst wird also die Frucht gegessen. Umgangssprachlich gibt es allerdings einzelne Früchte, die als Gemüse durchgehen und umgekehrt: Paprika zum Beispiel, ebenso wie Tomaten und Zucchini, Kürbisse und Gurken sind demnach Obst, Rhabarber hingegen ist ein Gemüse.