Warum setzt man sich beim Arzt und in der Bahn nur ungern neben andere Leute?

O. Blume meint:
Ich denke es liegt daran, das wir in unserer Gesellschaft nicht so kontaktfreudig sind. Da wir die Personen im Wartezimmer meistens nicht kennen ist uns die nähe zu einer fremden Person nicht unbedingt angenehm. Außerdem geht man meistens zum Arzt wenn man sich nicht gut fühlt und dann will man von allem seine ruhe, und es muss ja nicht jeder wissen welchen Artikel ich gerade in der Zeitung lese. Vielleicht hat man aber auch bedenken durch den nahen Kontakt sich schneller anzustecken.
Jogi meint:
Wer glaubt, das es an irgendwelchen Ansteckungsängsten liegt, kennt sich mit seiner eigen Psyche nicht aus. Natürlich haben diejenigen Recht, die die natürliche Distanzzone als Ursache anführen. Diese Distanzzone ist übrigens nicht bei allen Menschen gleich und es gibt auch kulturelle Unterschiede. Hierzu hab ich eine kleine Anekdote aus Brasilien, wo an einer Veranda ein etwa kniehohes Geländer angebracht war. Die Brasilianer haben offenbar einen kleineren Distanzbereich als die Europäer und sehr häufig kam es vor, dass die Europäer bei Gesprächen immer weiter zurückwichen und dann rückwärts über das Geländer von der Veranda gefallen sind.
Christian Bade meint:
Ich würde sagen das liegt einfach an der jeweiligen eigenen Einstellung gegenüber anderen Mitmenschen. Das ist das gleiche Phänomen ist es doch auch in Aufzügen...... Bloß nix sagen, bloß niemanden anschauen müssen ("ich bin hier wegen mir und mir geht es am allerschlechtesten").
Gerald meint:
Weil man die Mimik des Gegenübers nicht sehen kann und man auf keinen Fall durch seine Wortwahl und seinen Ton (der ohne die Mimik nämlich falsch gedeutet werden könnte) den anderen ärgern oder verletzen möchte - deshalb spricht man so bescheuert. Ich hab mal ausprobiert einen "normalen" Ton anzuschlagen und prompt gab's ordentlich Zoff am Telefon... Ich persönlich würde die Schuld aber ganz klar auf die Hypersensibilität des weiblichen Geschlechtes schieben ;-)
Seemann meint:
Weil eine Arztpraxis so eine "kranke" Atmosphäre hat, man denkt man kann sich überall anstecken.
Victor N. meint:
Diese Phänomen erklärt sich durch die sowieso viel zu lang Wartezeit beim Arzt. Sitzt man nun die ganze Zeit bedrängt sich das Gefühl auf, dass man von allen beobachtet wird und selber nicht weiß, wo man hinschauen soll. Wer weiß schließlich schon, wie die Fremden reagieren.
Florian Dues meint:
Na ist doch logisch die anderen sind voll von Batzillen.
LEUCHTENDE2000 meint:
Man schaukelt das eigene Schamgefühl (teilweise oft sogar schon unbewusst) so hoch das es einem einfach unangenehm ist sich neben Fremde zu setzen.
Jogge meint:
Weil die Anderen Assis alle krank sind und mit Viren und Bazillen nur so um sich schmeißen...!!!
schnuckel meint:
Weil man eigentlich nur den Schein braucht und sich nicht anstecken will beim Nachbarn. *grins*
Rolf Högemann meint:
Das hat wahrscheinlich mit dem 'Territoriumsgefühl' der Lebewesen zu tun. (manche nennen es auch 'Dunstkreis') Man lässt ein Mitlebewesen nur bis auf eine gewisse Distanz an sich heran - bis einem die Nähe unangenehm wird. Und beim Nebeneinandersitzen ist man eben 'zu nahe zusammen'.
Gerald meint:
Mit dem Arzt hat das m.E. erst einmal gar nix zu tun. Das gleiche Phänomen tritt nämlich auch beim Friseur, im Kino und so ziemlich allen Orten auf, wo fremde Menschen aufeinander treffen. Und warum nun dieses Verhalten? Fremde kennt man nicht, d.h. ich weiß nicht, ob derjenige stinkt, grunzt oder schmatzt, mir in die Zeitung starrt, mich berührt, usw. Deshalb hält man erst einmal einen Sicherheitsabstand, um sich zu schützen.
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