Warum klingt die eigene Stimme eigentlich so verändert (um nicht zu sagen beschissen) wenn man sie von einer Aufnahme hört?

"Mary had a little lamb” waren die ersten Worte, die der älteste im Jahre 1877 von Thomas Edison gebaute Phonograph wiedergab. Edison war damit der erste, der eine Tonaufnahme seiner eigenen Stimme hören und feststellen konnte, dass diese verglichen mit seiner Wahrnehmung während des Sprechens fremd und verändert klang. Dies lag keineswegs nur in der schlechten Aufnahme- und Wiedergabetechnik begründet; auch heutzutage machen wir beim Abhören von qualitativ hochwertigen Aufnahmen unserer eigenen Stimme dieselbe Erfahrung." (Zitat aus der Pressemitteilung Nr. 132 der Ruhr-Universität Bochum vom 14.05.2001)

Saskia meint:
Deine Stimme klingt auf Tonband nicht scheiße, sondern für Dich wirkt sie ungewohnt. Und das ist eigentlich eine logische Kiste: wenn Du sprichst hast Du Deine Stimme "im Kopf". Das heißt Du hörst sie ganz anders als Deine Mitmenschen. Macht Euch mal mit mehreren einen Spaß draus: nimm mal mit Freunden zusammen Eure Stimmen per Mikro am Rechner auf und pitcht sie Euch so, wie ihr sie meint zu hören- das ist auch für alle anderen sehr interessant. Meistens hört man seine eigene Stimme viel tiefer / dunkler!!!
lschiefer meint:
Die eigene Stimme klingt nur für den Sprecher seltsam. Das liegt daran, dass Dein Schädel, vor allem der Kieferknochen, mitschwingt. Du hörst also nicht nur das, was von außen in Dein Ohr eindringt, wenn Du sprichst, sondern auch das, was direkt vom Inneren Deines Ohres wahrgenommen wird. An diese Diskrepanz kann man sich übrigens gewöhnen - und mit entsprechender Eitelkeit ausgestattet, auch gut finden.
nt0mjjrr001 meint:
weil man auf Tonbändern seien Stimme von 'außen' hört. normalerweise hört man seine eigene Stimme mit diversen Schallwellen, die über Körperschall (Schallausbreitung in festen Stoffen, hier: Knochen) übertragen werden, überlagert. Diese Überlagerung entfällt wenn die Stimme nicht vom eigenen Kehlkopf erzeugt wird. Vergleiche: der Klang einer Spieluhr, die man sich auf dem Kopf hält und der Klang der Spieluhr in der Luft gehalten.
Anonymous meint:
"Scheiße" ist übertrieben: sie klingt anders, weil die eigene Stimme normalerweise nicht nur durch die Luft ans eigene Ohr dringt, sondern auch vom Kehlkopf aus durch den Schädelknochen zum Trommelfell gelangt. Das Tonband nimmt natürlich nur die Luftschallkomponente auf - und weil man seine eigene Stimme nur mit Luft- und Knochenschall zusammen kennt, klingt sie vom Tonband halt äußerst ungewohnt.
xtraa meint:
Selbst angehende Moderatoren beim Radio lernen als Praktikanten zuerst, dass sie ihre Stimme nicht mögen werden. Tatsächlich geht das wirklich allen Leuten auch mit einer noch so guten Stimme so, und ist auf zwei Dinge zurückzuführen: 1. Körperlich: Durch die Knochen hört sich die Stimme natürlich anders an 2. Psychisch: viel wichtiger bei dieser Wahrnehmung der eigenen Stimme ist der psychologische Faktor. Die Stimme kommt einem Fremd vor, was man nicht mag, da man sich selbst natürlich gerne vertraut ist. Außerdem hören Aufnahmen meistens auch noch andere Personen mit, so dass es einem zusätzlich noch unangenehm wird. Das ist aber alles nur vorrübergehend. Nach gewisser Zeit (etwa drei Monate, bzw. 10 Beiträge) ist es einem egal und irgendwann fängt man an, seine Stimme wirklich gut zu finden! (Unabhängig davon, dass man die eigene Stimme am Mikrofon mit elektronischen Hilfsmitteln wirklich noch um einiges verbessert. Es gab einige Freunde, die mich im Radio erst bei der Abmoderation und Namensnennung erkannt haben)
Anonymous meint:
Weil man sich selber vormacht das man eine schöne und einigermaßen erotische Stimme hat, doch auf Tonbändern hören wir die knall harte Wahrheit.
cow meint:
Man selbst hört seine stimme über das eigene Ohr, aber auch über den Schädelknochen, der die Schallwellen auch leitet - deshalb hört sie sich für einen selbst anders an als für jemand anderen, der sie nur über das Ohr hört. wenn man nun z.B. die eine Stimmaufnahme von sich hört, klingt die so anders, weil man dann eben seine eigene stimme auch nur über das Ohr hört. verständlich erklärt?
gleinssi meint:
Die eigene Stimme auf Tonband klingt nicht wirklich scheiße sondern nur ganz anders als man sie selbst hört wenn man spricht. Die Akustik ist anders wenn die Stimme nicht aus dem eigenen Körper kommt. Die Stimme klingt einfach anders als man erwartet und das empfindet man als scheiße. Die Stimme eines anderen auf Tonband empfindet man ja meistens auch nicht sehr viel anders als sonst. Die Akustik ist anders wenn die Stimme nicht aus dem eigenen Körper kommt.
durlidurli meint:
Du meinst wohl: Wenn man die eigene Stimme von einem Band abhört? Weil, die eigenen Knochen als Resonanzkörper dienen und der Stimme DEN Ton verleihen den wir im Alltag gewöhnt sind zu hören. Durch einen Tonträger hört sich die Stimme so an wie alle anderen Mitmenschen sie hören.
Daniela meint:
Weil man die Stimme normalerweise auch über Resonanzen der Schädelknochen hört. Deswegen hört sie sich nur durch die Luft anders an!
hasebald meint:
Weil auch Deine Ohren Scheiße sind!
Alexander meint:
Weil es ungewohnt ist sich selber über Lautsprecher usw. hört
avalon meint:
Es reicht doch, wenn andere hören müssen was für einen Quatsch man manchmal zusammenlabert, ich glaub das ist so eine Art Selbstschutz.
Claudia meint:
Weil man sie dann nicht nur im eigenen Kopf hört sondern nur "normal durch die Ohren
sghartmann meint:
Das hat mit der resonans unseres kopfes zu tun. Man selber hört seine stimme diregt duch den Kopf. Stirnhöle,Nasennebenhöle wirken als resonanskörper und bringen das trommelfell anders in schwingung, als eine auf ein Tonband aufgezeichnete schtimme, nur duch den normalen gehörgang.
abuess meint:
Die Frequenzen der menschlichen Stimme umfassen ein Spektrum von ca. 60 bis 12000 Herz. Durch die Uebertragung wird die Amplitude des Frequenzbereiches zwischen 1200 und 3000 Herz verkleinert, was zur Folge hat, dass die Stimme vom psychoakustischen Standpunkt her vulgär ausgedrückt "scheisse" tönt
Bubba1984 meint:
Es klingt nicht nur so, es ist so! Die eigene Stimme als zweiten Zuhörer zu hören ist immer komisch und hört sich anders an als man es selber beim Sprechen empfindet
"RUB-Studie zur Schallausbreitung der eigenen Stimme ... weil die Stimme mehrere Wege zum Ohr nimmt Für die Eigenwahrnehmung der Stimme sind mehrere Ausbreitungswege von Bedeutung: Die Knochenschallleitung innerhalb des Kopfes und der Luftschall zwischen Mund und Ohr inklusive der Reflexionen des Stimmschalls an Wänden in der Umgebung. Während des Sprechens wird die eigene Stimme anders als beim Hören einer Tonbandaufnahme wahrgenommen, da eine Tonbandaufnahme nur den Luftschall, nicht aber den Knochenschall erfasst." (Dr.-Ing. Christoph Pörschmann)

Wie wir erfahren haben klingt die Stimme ja nur deshalb so seltsam, weil wir sie selber so nicht kennen bzw. hören, für alle anderen hört man sich ja schon immer so (beschissen) an - das gilt natürlich für alle anderen genauso.

Um dem Problem aus dem Weg zu gehen und sich selber ein Schnippchen zu schlagen oder auch einfach nur mal einen lustigen Abend im Kreise der Familie oder Freunde zu verbringen schlage ich daher folgendes vor:

1) Du und / oder alle die Lust haben mal ihre eigene Stimme "in echt" zu hören kaufen sich eine Kopfhörer-Micro-Kombi (s.Abb.), wobei die Kopfhörer schalldicht sein sollten. 

2) Das ganze wird dann so verkabelt, dass man auf dem Kopfhörer seine eigene Stimme hört (und die der anderen

3) Kopfhörer aufsetzen und drauf los quatschen.

4) Spaß haben.

Wenn man das ganze lang genug macht (schlage vor so 2-3 Wochen am Stück - vielleicht lässt sich das ganze ja mobil gestalten) oder seinen Kindern bereits im frühen Alter tagsüber so ein Ding aufsetzt ist es vielleicht sogar möglich, das man dann umgekehrt die eigene (ohne Kopfhörer wahrgenommene) Stimme als fremd und verändert wahrnimmt!

!!!ACHTUNG!!!

Wir hatte inzwischen die Möglichkeit das auszuprobieren, da wir in einem Museum in Valencia so eine Apparatur gefunden haben, wo man genau das oben beschriebene ausprobieren kann: Dabei wird die eigene Stimme zeitverzögert auf die eigenen Kopfhörer gespielt. Kling wie erwartet absolut beschissen und macht tierischen Spaß... wer´s auch mal probieren will... hinfahren (ist auch sonst sehr sehenswert!)

Um den lustigen Test mit der zeitverzögerten eigenen Stimme machen zu können , kann man auch in das (durchaus auch aus vielen weiteren Gründen höchst interessante) TECHNORAMA nach Winterthur (Schweiz) fahren. Viel Spass !