Warum steht eigentlich auf Mineralwasserflaschen ein Verfallsdatum?

Mineralwasser... Quell des Lebens und der Erfrischung. Bekanntermaßen erfreut sich das Mineralwasser ja immer größerer Beliebtheit, was zum einen wahrscheinlich an seiner sprichwörtlichen Geschmacklosigkeit liegt und zum anderen an der - dem Diätwahn entgegenkommenden - Kalorienlosigkeit

Die wiederum ist darauf zurückzuführen, dass - oberflächlich betrachtet - nichts drin ist im Wasser... abgesehen von einigen Mineralien, die dem Mineralwasser seinen Namen verleihen, ohne es dabei mit "unnötigen" Kalorien zu belasten. Soweit, so klar. 

Doch schaut man sich eine Mineralwasserflasche mal genauer an, so findet sich neben den Lobpreisungen auf die Quelle und derer hochidyllischen Ursprungsgegend, meist unter der dem Laien rätselhaften Auflistung der prozentualen Anteile der Mineralien und Spurenelemente auch ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Wenn nun aber nichts drin ist im Wasser (außer den Mineralien), was kann denn dann schlecht werden bzw. sich nicht unbegrenzt halten?! Setzt vielleicht Natrium Schimmel an, oder tummeln sich Kalium-Salmonellen im Wasser wenn man es ungeöffnet bei Zimmertemperatur stehen lässt...???

Beagel meint:
Weil das deutsche Lebensmittelrecht ein MHD für alle Lebensmittel vorschreibt. Es heißt ja auch MINDESThaltbarkeitsdatum - es sagt somit nur aus, dass das Wasser innerhalb dieser Zeit bei fachgerechter Lagerung nicht schal und abgestanden schmecken wird und sich keine nennenswerte Anzahl an Keimen vermehren wird.
Anonymous meint:
der Staat hat gesetzlich festgelegt das überall ein Verfallsdatum steht. früher war auf Alkohol Flaschen auch kein Datum vermerkt, heute schon. also auch unverderbliche Ware muss ein Verfallsdatum haben.
achduliebergott meint:
Was die Mindeshaltbarkeitsdatumsaufdruckpflicht betrifft: ich habe noch nie ein ebensolches auf einer Flasche Wein oder Hochprozentigem gesehen. (Das wäre doch lustig: "Herr Ober, das Haltbarkeitsdatum vom Cabernet Sauvignon 1953 zu 200 Eur/Flasche ist ja seit 30 Jahren abgelaufen...")
Gerolsteiner weiß dazu:
Natürliches Mineralwasser ist nahezu unbegrenzt haltbar. Der Grund hierfür liegt in der natürlichen Reinheit, der hygienischen Abfüllung und in der konservierenden Wirkung der Kohlensäure. Aus rechtlichen Gründen muss jedes vermarktete Lebensmittel mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen werden. In der Regel werden bei Mineralwasser zwei Jahre angegeben, doch auch nach Ablauf dieser Frist kann das Mineralwasser bedenkenlos getrunken werden.
Die Mineralwasserflaschen werden nach dem Abfüllvorgang mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen. Bei Glasflaschen ist das Haltbarkeitsdatum auf 2 Jahre definiert. Da die Flaschen völlig dicht verschlossen sind, ist der Konsum auch nach Ablauf der 2 Jahre bedenkenlos. Bei PET-Flaschen ist das Haltbarkeitsdatum auf 9 Monate begrenzt. Da die Kohlensäure durch das PET diffundiert, ist es möglich, dass beim Konsum nach Ablauf der vermerkten Mindesthaltbarkeit keine oder nur noch wenig Kohlensäure im Produkt enthalten ist.
FoA-Team weiß dazu:
...AHA! Die Kohlensäure und die deutsche Gesetzgebung ist also schuld, Mineralwasser in Glasflaschen wird demnach wahrscheinlich die Menschheit überleben, während Mineralwasser in PET-Flaschen immer "stiller" wird, beides wunderbare und beruhigende Aussichten... Es stellt sich allerdings die Frage, ob auch Mineralwasser ohne Kohlensäure bzw. Mineralwasser, das die Kohlensäure (die ja konserviert) "verloren hat" (etwa jahrelang im Keller rumstehende PET-Flaschen) unbegrenzt haltbar ist... ...zusammenfassend erscheint uns die Sachlage derart, dass das ganze nur ein Trick ist um die Leute dazu zu bewegen in der Angst, dass "alte" Mineralwasser könnte zum Tummelplatz böser Krankheitserreger geworden sein, ständig neues Mineralwasser zu kaufen...

Wer immer noch nicht davon überzeugt ist, dass das Haltbarkeitsdatum auf Mineralwasserflaschen im Grunde überflüssiger ist als sein Inhalt (Haha! Welch großartiger Scherz!) dem bleiben mehrer Möglichkeiten, der Gefahr aus dem Weg zu gehen sich mit schlecht gewordenen bakterien- und pilzbelasteten Mineralwasser den Magen und Atem zu verderben. Die beste, einfachste beliebteste und noch dazu preiswerteste Methode ist dabei:

das Leitungswasser als Trinkwasser zu "missbrauchen". Um dem ganzen dennoch den Touch eines "Mineralwassers" zu geben, bedienen sich dabei  insbesondere Studenten-, Pädagogen und anderen rückengeschädigten Personen eines der beliebten Soda-Streamer, Wassermaxe und wie sie sonst noch so.

Die ist allerdings nicht unproblematisch, denn es muss darauf hingewiesen werden, dass der Nitratgehalt des Trinkwassers gelegentlich in ländlichen Gebieten erhöht ist – als Folge der starken Düngung der Felder - was der Gesundheit unzuträglich sein kann und mitunter noch schlechter ist, als schlecht gewordenes Wasser.

Hinzu kommt, dass die Sodawasser-Flaschen gut gereinigt werden müssen, damit sich keine Bakterien und Schimmelpilze bilden können. Die Aufsprudler-Geräteteile, die mit dem Wasser in Berührung kommen, sollten daher regelmäßig mit warmem Wasser gesäubert werden. Sodawasser sollte täglich frisch hergestellt und kühl gelagert werden. Angebrochene Flaschen sollten Sie immer schnell in den Kühlschrank zurückstellen. Ergo: Die potentielle Gefahr ist im Grunde noch größer... weshalb meine persönliche Empfehlung wie folgt lautet:

...Nur kohlensäurehaltiges Mineralwasser (das konserviert!) in kleinen Mengen (damit es immer "frisch" ist!) und nie in PET-Flaschen (da diffundiert die Kohlensäure raus!) kaufen, immer sichtbar positionieren (um zu vermeiden das es zu lange rumsteht!), dabei kühl und dunkel lagern (warum weiß ich nicht) und angebrochene Flaschen unverzüglich leertrinken (den Pilzen zuvorkommen!)!