Warum bekommt immer der/die vor mir den letzten freien Parkplatz?

caradhraz meint:

Das selbe fragt sich die Person, die gerade vor einem den letzten Parkplatz bekommt, an den Tagen, an der es dieser selbst so geht. Genauso oft bekommt man selbst den letzten Parkplatz - wer aber problemlos parken kann denkt nicht darüber nach. Erst dadurch, dass man in manchen Fällen nicht leicht einen Parkplatz findet, denkt man darüber nach, wodurch die Situation länger und intensiver im Gedächtnis verbleibt.

Das heißt Zeigarnikeffekt und tritt auch bei jeder Prüfung auf. Die Fragen, auf die man die Antwort nicht direkt wusste, verbleiben wesentlich intensiver im Gedächtnis, weshalb man sich meist schlechter einschätzt, als man am Ende tatsächlich ist. Genauso weiß man genau, wann man überall keinen Parkplatz finden konnte, auch wenn man wesentlich öfters problemlos einen gefunden hat, es aber nicht wahr nimmt

FoA weiß dazu:
Obwohl das Phänomen jeder kennt ist es wohl wissenschaftlich nicht zu lösen und muss prinzipiell mit Murphy's Gesetz beantwortet werden. Sollte jemand sich als Experte für diese Frage angesprochen fühlen oder jemanden kennen, der ein solcher ist, möge er eine Email schreiben.

Eine, auf die vielleicht schon so manch einer gekommen ist, ist die den Parkplatz auf verschiedenste Weise freizuhalten bzw. freihalten zu lassen. Da gibt es die beliebten "Hier bitte nicht parken, ziehen morgen um!"-Stühle - die aber nicht selten für Speermüll gehalten werden und am nächsten Tag weg sind. Aus diesem Grund werden anstatt teurer Stühle gerne auch Getränkekisten oder ein guter (aber selten dämlicher) Freund oder Bekannter hergenommen. Kurzfristig wird auch gern der Beifahrer vorgeschickt. Eigentlich keine schlechte Idee sollte man denken... sie ist allerdings erstens nicht alltagstauglich, da die Anwohner irgendwann misstrauisch werden, ob der ständigen Umzieherei... und zweitens ist diese Form der "Parkplatzbeschaffung" verboten.... jaja... verboten und teuer. 
Diese Form der Reservierung ist nämlich nicht zulässig, so die Experten der:

" Will ein anderer Autofahrer dort parken und wird durch den selbsternannten "Wächter" daran gehindert, so stellt dies ein ordnungswidriges Verhalten, im schlimmsten Falle sogar eine Nötigung dar. Andererseits, so geben die ARAG-Experten zu bedenken, berechtigt ein solches Verhalten den Genötigten keinesfalls dazu, drastische Maßnahmen zu ergreifen und den Fußgänger einfach mit dem Auto wegzudrücken. Hiermit wären die Grenzen der Notwehr klar überschritten. Zeigt ein anderer Autofahrer jedoch eindeutig seine Absicht, in den Parkplatz einzufahren, muss der Fußgänger das Feld räumen. Tut er es nicht, kann der Fahrer den "Freihalter" sanft beiseite schubsen, (OLG Naumburg, DAR 98, 28). Vielmehr empfehle es sich aber, sein Gegenüber freundlich auf sein widerrechtliches Tun aufmerksam zu machen und auf dessen Einsicht zu hoffen. 


Auch das Blockieren durch Stuhl, Bierkiste oder ähnliches ist nicht erlaubt. Wer z.B. für einen Umzug Parkfläche braucht, kann beim Ordnungsamt gegen Gebühr eine Parkfläche bzw. Genehmigung beantragen, es werden dann entsprechende Schilder aufgestellt. Ebenfalls verboten: das Auto über 2 Parkplätze parken und damit einen Platz freihalten."

Grundsätzlich gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Schnappt sich jedoch ein Drängler den Parkplatz, muss er mit 20 Mark Verwarnungsgeld rechnen.