Wenn nichts an Teflon haftet, wie haftet dann die Pfanne daran?

Einige Fragen eröffnen sich erst dann, wenn man von unglaublicher Langeweile gepeinigt wird, oder sein Gehirn in ungeahnte Regionen führt, die weit jenseits von dem liegen, was man als Allgemeinwissen bezeichnen würde... dennoch sind diese Fragen nicht minder interessant und wohl kaum ein Erwachsener könnte erklären, warum Teflon an der Pfanne haftet, wo doch jeder weiß, dass nichts an Teflon haftet...
Ivonne meint:
...die obigen Erklärungen erscheinen mir zu kalt und technisch. ich glaube, dass mehr Gefühl dahinter steckt und würde von Affinität sprechen: Teflon lässt nichts anbrennen, aber tief im innern fährt es nur auf wirklich metallische Typen ab. Essen dagegen wird nur "heiß" gemacht und dann einfach abgestoßen. die Verbindung von Teflon mit der Pfanne seiner Wahl soll ein leben lang halten, obwohl sie außenstehenden oft oberflächlich erscheint, es gehen aber Gerüchte um, dass auch solche engen Beziehungen Kratzer abbekommen können, dann soll oft sogar ein Messer im spiel sein...
Wanja Andreas meint:
Die Antwort der Firma Gastrolux ist am Thema vorbei, denn sie redet von einer Veredelung von Aluminium mit einer Titan-Mischung. Das hat mit Teflon rein gar nichts zu tun. Teflon ist nur ein Markenname der Firma DuPont, wie Styropor nur ein Markename der Firma Bayer ist ("Styro" kommt von Polystyrol und "por" wegen poröser Struktur). Die richtige Bezeichnung, für den als Teflon bekannten Werkstoff, ist PTFE (Poly Tetra-Flour-Ethylen). PTFE ist stabil bis zu einer Temperatur von ca 250 Grad Celsius, spezielle Varianten bis 300 Grad. Die Antwort des Herrn Limpl ist korrekt: Die Aluminiumpfanne wird zunächst Sandgestrahlt, dann kommt ein Teflon Primer drauf. Der Primer ist extrem dünnflüssig, damit er tief in die mikrosopischen Kratzer eindringen kann, die beim Sandstrahlen entstehen. Die so behandelte Oberfläche wird hoch erhitzt, was das Teflon fest macht und so mechanisch mit der Oberfläche verzahnt. Als nächstes wird die dickere Teflon Versiegelung drauf gesprüht und alles noch einmal gebacken. Dabei verschmelzen der Teflon-Primer und die Teflon-Versiegelung und man hat eine gute Haftung und eine ausreichend dicke Teflon Beschichtung. Man kann zwischen Primer und Oberfläche noch eine Grundierung aufbringen, die besser am Aluminium haftet als der Primer und mehr Poren für den Teflon-Primer bietet, als die rauhe Aluminiumoberfläche.
Beagel meint:
Blödsinnige Frage. Wer sagt denn, dass nichts an Teflon haftet? Und wer definiert jetzt mal den Begriff haften! Also hier sind dann doch tiefere Einblicke in Materialkunde und Chemie gefragt. Aber kurz: Die Behauptung stimmt nicht!
jo meint:
Dieser chemische vorgang, mit dem das an die pfanne gepappt wird, heißt sintern. übrigens: wenn man wirklich, wirklich unbegabt fürs kochen ist, dann kann man auchg an teflon kräftig was kleben lassen
mathias-knoblauch meint:
Teflon haftet, obwohl sehr haftunfreudig, sehr wohl an etwas, z.B an Aluminiumoxid. Teurere Pfannen werden mit einer hauchdünnen Schicht dieses Oxides beschichtet, auf die dann das Teflon aufgetragen wird. Bei billigeren Alupfannnen wird einfach auf die noch viel dünnere Oxidschicht "geteflont", die durch den Kontakt mit Luft entstanden ist.
winniepoo meint:
Teflon oder Polytetraflourethylen (PTFE) haftet kaum an der Pfanne, deshalb darf man auch nicht mit spitzen Gegenständen darin arbeiten. Es wird durch eine spezielle Beschichtung auf der Pfanne halbwegs durch aufsprühen befestigt. Aber wie gesagt es ist nicht sehr haltbar. Aber es gibt keine andere Möglichkeit, da sich PTFE nicht thermisch umformen lässt da es zu hohe Schmelztemperaturen hat
Kundenservice der Firma Berndes weiß dazu:
Der unbehandelte Topf wird mit einer Grundierung versehen, auf dieser Grundierung wird dann ein Haftprimer aufgebracht, worauf die Versiegelung halt findet.
Firma Gastrolux weiß dazu:
Eine Titanmischung wird in das Aluminium bei einer Temperatur von 20.000 Grad und einer Geschwindigkeit von zwei "Mach" hineingeschossen. Daher sprechen wir auch von Veredelung, nicht von Beschichtung.