Warum fährt einem der Bus oder die Bahn immer vor der Nase weg?

Man kann es eigentlich machen wie man will, wenn man den Bus oder die Bahn schon kommen sieht, oder sie an der Endhaltestelle abfahrtbereit steht. Rennt man, schlägt einem die Tür gerade so knapp vor der Nase zu, dass jeder weitere Schritt eine Amputation derselben nach sich gezogen hätte (also im Prinzip Glück gehabt!), rennt man nicht und denkt "Pah, soll sie doch fahren", steht sie noch ewig rum und fährt natürlich erst dann los, wenn man gerade drücken will. Natürlich nimmt man sich jedes Mal vor, das andere zu tun oder sich die Abfahrtszeiten zu merken! Beides macht natürlich keinen Sinn, da die Bahn oder der Bus ja meist unpünktlich ist...
eVe0815 meint:
Auf die Frage "Warum fährt einem der Bus oder die Bahn immer vor der Nase weg?" möchte ich nur eins antworten: Jeden Tag durch die selbe Stadt mit dem selben öffentlichen Verkehrsmittel zu fahren kann sooo langweilig sein. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis sich diverse Spiele und Bus- und Bahnfahrern entwickelten. So auch "der späte Fahrgast", bei dem äußerste Konzentration gefragt ist: Der zu befördernde Passagier befindet sich dabei noch einige Meter vom Bahnsteig entfernt. Der Spieler (Fahrer) macht sein Gefährt zur Abfahrt bereit, wartet geduldig und muss dann den richtigen Zeitpunkt abpassen, um die Türen zu schließen. Das darf nicht zu spät sein, damit das Opfer (der Fahrgast) es nicht noch schafft, einzusteigen und auch nicht zu spät, damit das Gefühl der Erniedrigung voll und ganz ausgekostet werden kann ...
Wilfried Kohrs meint:
Der Bus fährt einem immer vor der Nase weg weil man selten rückwärts läuft.
Christoph meint:
Grund ist wohl jener das man zwar die Umsteigezeiten vom gedanklichen und logischem her nachvollziehen kann und eigentlich keine Probleme hat, die Bahn oder den Bus mehr als pünktlich zu erreichen. Wenn man jedoch morgens mit dem Bus fährt, hat man 1. das Problem das der Bus zu spät kommt (Zeit 1) und 2. das Problem das man nicht allzuschnell aus dem Bus kommt und sich dann doch wieder irgendwelche Hindernisse in den Weg bauen (Zeit 2), das es unlogisch wäre, jetzt auch noch den Bus oder die Bahn zu bekommen.
Der englische Wissenschaftler Tony Wren von der Universität Leeds (Mittelengland) hat 40 Jahre die Möglichkeiten zur Verbesserung der Pünktlichkeit von Bussen erforscht: Sein verblüffendes Ergebnis: Es gibt keine. Ist der Bus erst mal verspätet (Staus, rote Ampeln [was uns zu einem weiteren Phänomen führt!], Unfälle) kommen mehr Wartende an den Bushaltestellen zusammen. Ist der Bus dann da, brauchen die Fahrgäste länger beim Aus- und Einzusteigen. Die Verspätung nimmt zu. Der Bus danach hat dadurch weniger Fahrgäste, ist auf einmal zu früh dran. Der Forscher: "Es ist ein Kreislauf, vergleichbar mit einem Hund, der sich ständig in den Schwanz beisst. Dagegen hilft auch kein noch so gut ausgetüftelter Fahrplan."

Verschiedene Verkehrsunternehmen nutzen immer mehr die neue Technik. So sind an Haltestellen nicht nur Fahrplanaushänge zu finden, sondern auch Anzeigetafeln, welche anzeigen wann das nächste öffentliche Verkehrsmittel tatsächlich ankommt. Die bis zum Eintreffen des Verkehrsmittels verbleibenden Minuten werden ständig aktualisiert. Diese Informationstafeln haben für den Fahrgast verschiede Vorteile. Der Raucher überblickt, ob ein Anzünden der Zigarette lohnt [was uns zu einem anderen verwandten Phänomen führt], Frauen können schnell noch einmal ist das nahe gelegene Kosmetikgeschäft eilen und ältere Menschen brauchen sich nicht ärgern, weil sie den Bus nicht mehr erreicht haben. An der Tafel wird schon die nächste Ankunft angezeigt und diese ist in wenigen Minuten.

Thomas Tiselj vom HNV hält eine simple Lösung bereit:

"Wenn Sie sich in Zukunft vorher umdrehen, fährt Ihnen der Zug oder der Bus
nicht mehr vor der Nase weg sondern am A.... vorbei."

Doris Geppert von der ZGB kam rät ähnliches:

"(...) wir sind etwas ratlos, weil wir Ihre Nase nicht kennen. Aus allgemeiner Erfahrung würden wir vorschlagen: Halten Sie die Nase doch einfach mal in die andere Richtung. Dann müssten eigentlich die
Busse und Bahnen in der Gegenrichtung vor der Nase wegfahren, was Ihnen aber egal sein kann. Möglicherweise hilft auch, wenn Sie die Uhr zwei Minuten vorstellen