Warum nimmt man auf dem Weg zurück meist einen anderen Weg als auf dem Hinweg?

Viele haben es vielleicht noch gar nicht bemerkt, aber wenn man es sich mal genau überlegt, dann nimmt man auf dem Rückweg von einem Ziel gern - sofern es möglich ist - einen anderen Weg als auf dem Hinweg. Und das nicht nur bewusst aus Langeweile und Abwechslungsgier, sondern auch unbewusst.
Holger meint:
Ich arbeite im Verteilerverkehr!! Mir geht es so, wenn ich die gleiche Strecke hin und zurück fahre, dann kommt es mir als Umweg vor. Fahre ich aber rückwärts eine andere Strecke, dann kommt es mir so vor, als wenn der Kunde auf der Strecke lag. Einen Sinn macht es nicht, aber man verdrängt in dem Fall, daß es nur ein Umweg war und keine unnötigen Kosten entstanden sind.
Evi0815 meint:
...also ich z.B. fahre jeden tag unbewusst einen anderen Arbeitsweg zurück. der hinweg ist immer der kürzere... aber auch immer mit stau verbunden. wenn ich aber den längeren weg nehme, finde ich keinen Parkplatz weil es nämlich nur eine Einbahnstrasse ist wo man parken kann. deshalb fahr ich immer auf einer anderen Straße raus und um nicht im kreis fahren zu müssen nehme ich halt den längeren weg.
ela vogel meint:
Weil es einfach frustriert, irgendwohin zu fahren, dort zu bleiben, und dann die gleiche Strecke wieder zurück zu fahren. Unweigerlich beginne ich zu rechnen, wie viel Benzin ich verbraucht habe, was mich das gekostet hat. Fahre ich aber eine andere Strecke zurück, dann befinde ich mich sozusagen auf der Reise und habe nur einen Halt gemacht. Psychologisch betrachtet ist das viel besser.
Beagel meint:
Weil man dann schon den Überblick hat und abkürzen kann. Man kennt die Strecke ja schon. Und es wird auch etwas mit der StVO (Einbahnstraßen...) zu tun haben.
Anonymous meint:
Ich denke, da gibt es mehrere Faktoren: einerseits kann es sein, dass durch Verkehrsberuhigung, Einbahnstraßen oder Straßen mit starker einseitiger Beparkung (wo man dem Gegenverkehr Vorfahrt gewähren muss - habe ich selber auf dem Heimweg) lieber einen Weg einschlägt, der bequemer ist und andererseits nehme ich an, dass man im Alltagstrott einfach einen anderen Weg wählt, um etwas Abwechslung zu bekommen.
May meint:
Ich versuche immer so zu fahren, dass ich auf Vorfahrtsstraßen und bleibe und sooft wie möglich rechts (und nicht links) abbiegen kann und somit auf Kreuzungen Zeit spare.
Xanthippchen meint:
ich könnte mir auch vorstellen, dass es etwas mit unserer Geschichte als "Jäger" und "Sammler" zu tun hat. Ist man in früheren Zeiten einen Weg 2x gegangen war die Gefahr größer, dass jemand diesen Weg verfolgen und auf die Höhle etc. stoßen konnte. Geht man 2 verschiedenen Wege ist die Chance größer, dass sich Grashalme wider aufrichten und kein "Trampelpfad" gebildet wird.
Sandra Krieger, cityweb - 6. 10. 1998 weiß dazu:
Prof. Dr. Bernd Gasch vom Fachbereich Psychologie der Universität Dortmund deutet aus eigener Erfahrung auf ähnliche Verhaltensmuster im Straßenverkehr: "Grundsätzlich kenne ich keine Untersuchung zu diesem Thema. Wenn ich mich selbst beobachte, stelle ich fest, dass ich einfach ungern abbiege. Ich vermute einmal, daß viele Autofahrer eine Vorliebe fürs Geradeausfahren hegen. Es kann natürlich auch daran liegen, daß es Menschen gibt, die sich lieber nach rechts bzw. nach links ausrichten, also lieber rechts als links abbiegen. Dadurch ergeben sich dann auf der Heimfahrt unterschiedliche Routen. Auch Gewohnheiten können ein Grund für zweierlei Wege sein. Sicherlich kämen manche Leichtathleten schlecht damit zurecht, wenn sie plötzlich die Tartanbahn anders herumlaufen sollten. Aus der Erfahrungspsychologie heraus, könnte auch die angeborene Faulheit der Autofahrer eine Erklärung sein. Sie zögern dann das Abbiegen bis zur absolut letzten Möglichkeit hinaus."