Warum kommen im Fernsehen immer an einem Wochenende 5 gute Filme oder Sendungen und am nächsten keine einzige?

Menschen, die die Fernsehzeitung zur ihrer wichtigsten, nicht selten auch einzigen regelmäßigen Lektüre zählen, bemerken es ständig. All die anderen spätestens zu Weihnachten und Ostern. Während sich an der überwiegenden Zahl der Wochenende ein Sammelsurium von an sich schon langweiligen Sendungen mit durch ihre Wiederholungsanzahl langweilig gewordenen Sendungen oder Filmen ("Und täglich grüßt das Murmeltier") abwechselt, unterbrochen nur von der Tagesschau und "Wetten dass...?", ist es einem Normalsterblichen mit 2 Augen unmöglich an Weihnachten oder Ostern alle "Welt-" und "Deutschlandpremieren", all die "FilmFilm" und "Kulmbacher Filmnächte" gleichzeitig zu sehen.

Während man also all die Wochen mehr oder weniger häufig in die Videothek um die Ecke gepilgert ist, laufen jetzt soviele "gute" Filme gleichzeitig, dass man wunde Finger bekommt! Was bleibt ist eine noch größere Unzufriedenheit, da sich zu allem Überfluss ausgerechnet an diesem Wochenende auch noch die lieb Verwandtschaft angekündigt hat oder die Mama mit "Zeit für die Familie"-Sprüchen dafür plädiert das Fernsehgerät doch "auch mal" auszulassen...sehr gute Idee!

A. Tappi meint:
Man schaut sich einen Film an, zeichnet einen zweiten mit dem Videorecorder auf. Hat man schon zwei im Kasten! Der Nachbar nimmt den Dritten auf, sieht den vierten an und erzählt ihn Dir. Gute Filme werden öfter gezeigt, so kommt man an die anderen ran. (Immer schön die Fernsehzeitung kaufen!) Nachts kann man auch noch schöne Filme aufzeichnen! Hat man die Filme auf Kassette, kann man die Werbung ausblenden und schafft es, noch mehr gute Filme zu sehen, da man ja Zeit spart. Irgendwann hast Du soviel "Gute" Filme, das Du nicht mehr arbeiten brauchst, Hast ja keine Zeit dafür, musst ja gute Filme anschauen. Und schon haben die Dich da, wo sie Dich hinhaben wollen! Mal im Ernst, Fernsehen macht doch blöd oder?
Beagel meint:
Weil sie zur besten Sendezeit ausgestrahlt werden - und die ist nun einmal bei allen Sendern gleich. Ein Programm-Manager wäre schlecht beraten, würde er einen guten teuren Film zur Nebenzeit ausstrahlen. Der Konkurrenz-Sender hätte so mehr Zuschauer und dadurch höhere Werbeeinnahmen.
Francis Drake 1775 meint:
Mal anders gerechnet: Ein Samstag, an dem auf 4 Sendern 4 *gleich* "gute" Filme laufen heißt: max. 25% Zuschauer pro Sender. Bringt ein Sender "seinen guten Film" aber am Donnerstag, hat dieser Sender viel höhere Einschaltquoten (mal abgesehen davon ,das ihm die Zuschauer zu Füßen liegen dürften). Sicher, die Gesamtzuschauerzahl liegt am Donnerstag mitten in den Sommerferien unter denen am Samstag vor Weihnachten. D.h. aber, das man den Film Weihnachten noch mal zeigen kann ohne das er "zu Tode wiederholt" wurde (hat ihn ja kaum einer gesehen). Somit haben eigentlich alle was davon. Die, die im Sommer zu Hause bleiben mussten, die Sender und die Werbung...
Anonymous meint:
Gute Filme kommen meistens Sonntags 20.15 Uhr, weil davon ausgegangen wird, dass die meisten Zuschauer Montags wieder arbeiten gehen müssen. Also Sonntags meistens zu Hause sind um diese Zeit. (Einschaltquoten)
Die Berner Verkehrsbetriebe weiß dazu:
Die Berner Verkehrsbetrieb äußern sich dahingehend: Im Sinne eines vorbildlichen Kundendienstes ist unser Fahrdienstpersonal angewiesen, auf Fahrgäste, die herbeieilen oder ein Billett lösen, zu warten - sofern sich das Fahrzeug nicht bereits in der automatischen Warteschlaufe einer Lichtsignalanlage befindet und der Fahrplan dies zulässt. Kunden, die an späteren Haltestellen warten, schätzen die pünktliche Ankunft ihres Busses oder Trams. Der Fahrplan stellt auch sicher, dass die Fahrzeuge in regelmäßigen Abständen die Haltestellen und damit die Kundschaft bedienen. Und auch die Wiener Verkehrsbetriebe sind sich einer Antwort nicht zu schade: Nichts ist ärgerlicher, als ein öffentliches Verkehrsmittel, das einem vor der Nase davon fährt. Oder halt, noch ärgerlicher ist ein Verkehrsmittel, das nicht und nicht daher kommt. Unsere Mitarbeiter haben demgemäss meist nur die Wahl, sich für das eine oder das andere Ärgernis zu entscheiden. Grundsätzlich sind unsere FahrerInnen und LenkerInnen angewiesen, zueilenden Fahrgästen nach Möglichkeit das Zusteigen zu ermöglichen. Mit diesem Auftrag wird sich ein Mitarbeiter, der planmäßig oder vielleicht aufgrund einiger günstiger Ampelkonstellationen sogar etwas zu früh dran ist, leichter tun, als einer der schon verspätet oder knapp in der Zeit unterwegs ist. Das Warten auf einen Kunden kostet die Straßenbahn wahrscheinlich eine weitere Ampelphase und erhöht die Verspätung um weitere 1 - 2 Minuten. Das gleiche "Spiel" bei zwei, drei weiteren Haltestellen wiederholt führt unweigerlich zur Konvoibildung und dem "paarweisen" Auftreten der Straßenbahnen. Sicher hat schon oft ein Bus oder eine Straßenbahn auf Sie gewartet und musste dann von Ihnen unbemerkt in einer weiteren Haltestelle einem anderen Kunden "davonfahren", da sonst der Fahrplan durcheinandergeraten wäre. Ebenso sicher waren Sie das eine oder andere Mal der andere Kunde.
Zuschauerredaktion der ARD weiß dazu:
Unserer Ansicht nach lassen sich zur Erklärung dieses Phänomens verschiedene Hypothesen heranziehen. Eine davon wollen wir Ihnen in aller Kürze darstellen: Relativitätstheorie: vielleicht müßte man das Problem anders anpacken: was macht ein ausgewiesener Volksmusikfan, wenn eines Tages im Ersten der Musikantenstadl, auf einem der Privaten "Hallo Heino" kommt? Zum Strick greifen? Dauerzappen? Ist beides also "gut"? Oder was sind fünf "gute" Filme? Wieder läßt sich die Matrix ins Spiel bringen: um den Zuschauer zu täuschen, kommen fünf "gute" Filme auf einmal. Das reicht als Legitimationsgrundlage und hält den Zuschauer davon ab, sich über das Dauergewitter an Talkshows zu beschweren.
Zuschauerredaktion von RTL weiß dazu:
Stimmt. Es wird (zu Recht) unterstellt, dass an diesen Tagen besonders viele Zuschauer vor den Bildschirmen sitzen. Und mit dieser zu erwartenden Sehbeteiligung kann die Werbeindustrie natürlich mehr Zuschauer erreichen. Folglich muss das Programm möglichst besser sein als das der Konkurrenz.