Warum haben Waschmaschinen Fenster, Geschirrspüler aber nicht?

Gehörst Du auch zu den Menschen die voller Faszination durch das runde Fenster der Waschmaschine schauen, wenn sie bei der Buntwäsche vom langsamen Umherwerfen bis hin zum ekstatischen Schleudern ein Feuerwerk der schmutzigen Wäsche abbrennt. Zumindest wenn man auf das Kurzschleudern (Dieser Begriff ist ja an sich schon ein Widerspruch!) wartet, wirft aber wohl jeder einen kurzen Blick durch das runde Fenster um die Langeweile zu vertreiben und wartet...

Es soll mitunter sogar Leute geben, die spannungsgeladen vor ihrer Waschmaschine sitzen und warten (manchmal sogar wetten) wann wohl der BH, die Unterhose oder sonst welche reizvollen Kleidungsstücke direkt an der Scheibe auftauchen... gern gesellt sich auch die Katze dazu.

Aber warum eigentlich wird dieses außerordentliche Vergnügen und gleichzeitig alternative, frei-empfangbare, nicht kabelgebundene, individuell bestimmbare Fernsehprogramm nur von Waschmaschinenherstellern geboten?

Bei Geschirrspülern etwa, die doch rein inhaltlich ebenso aufregende Dinge (wie zum Beispiel diverse Essenreste) zu bieten haben, sitzt man hingegen vor einer langweiligen Plastikabdeckung und kann sich nur vorstellen, wie aus dem Gemisch von Spülwasser, Kaffee und Soße plötzlich... aus dem Nichts... ganz unerwartet... eine Nudel an das Fenster schlägt... kurz anpappt und dann romantisch und unerträglich langsam an der Scheibe herunterläuft.... wie schön wäre das...

Hendrik meint:
Als Waschschienen in den Markt eingeführt wurden, faden die Produzenten keine Käufer. Die Hausfrauen trauten der Technik nicht dachten die Wäsche wird beschädigt. Erst als ein Fenster in die Maschienen eingebaut wurde um den Vorgang zu visualisieren, konnten sich Waschmaschinen durchsetzten. Da wir jetzt alle wissen das Waschmaschinen eine enorme Arbeitserleichterung darstellen, brauchen wir bei dem Geschirrspüler keinen Beweis (Fenster) und trauen ihm einfach so!
M Slunsky meint:
Nicht in allen Ländern (Kulturen) haben die WM ein Bullauge. Sg. Toploader (Die Wäsche kommt von oben in die Trommel) verkaufen sich hier zu Lande nicht, in anderen Gebieten (GB, USA) findet man Frontloder kaum in den Haushalten. Es gibt auch noch Unterschiede ob bei den Toploadern die Trommel liegend oder stehend eingebaut ist. Das Aussehen und die Funktion der Haushaltsgeräte scheint hauptsächlich von der Tradition beeinflusst zu sein. Ich habe einmal eine Studie gesehen, in der die vorherrschenden Typen von Haushaltsgeräten (WM, Kühlschränke, Staubsauger, Kochherde etc) farblich in eine Weltkarte eingezeichnet waren. Zurück zur Frage wieso die Geschirrspüler kein Sichtfenster haben: Sie hätten eines, wenn die ersten Geräte auf dem europäischen (deutschen) Markt eines gehabt hätten. und der Markt daraufhin diese weiter angefragt hätten.
Doro meint:
Bei IKEA gibt es doch so n teil, oder? Ich find das man da sehr gut durch sieht und meine mom wäre bestimmt total happy, wenn sie nicht nich nur dem kuchen und der wäsche, sondern auch dem geschirr zugucken könnte *gg* die spülmaschienenhersteller würden also über umwegen auch zum familiensegen beitragen:-D
SysOperator meint:
Vorschlag zur Güte: Bei den fallenden Flatscreen-Preisen sollte man die verkleidete Front des Geschirrspülers etwas umbauen und einen Flatscreen befestigen. Per Laptop oder PC könnte man wahlweise DVDs anschauen, Fernsehn - oder einen Beitrag aus der Sendung mit der Maus anschauen, in dem die Spülmaschine erklärt wird. Ich weiß leider nicht genau, ob die Maus einen solchen Beitrag gedreht hat - kann man aber bestimmt herausbekommen. *grins Vielleicht gibt es so was ja auch als Bildschirmschoner - so ähnlich wie das berühmte Kaminfeuer. Übrigens - sollte jemand einen Waschmaschinen oder Geschirrspülerbildschirmschoner haben - immer her zu mir (also die URL)
Beagel meint:
Durch die Drehung der Waschmaschine schleudert das Wasser und die Wäsche an den Rand und gibt das Sichtfeld frei. Man kann erkennen, ob die Wäsche auch gewaschen wird (ob Wasser und Spülmittel vorhanden sind). Es dienst also der Kontrolle. Ohne Fenster würde man nur die Drehung hören, den Rest aber nicht kontrollieren können. Außerdem ist es preislich unbedeutend, ob das "Bullauge" aus Glas oder Metall ist. Beim Geschirrspüler würde ein Fester nur bespritzt werden (während der Wäsche) und beschlagen (während der Trocknung). Man sähe also eh nichts. Und kontrollieren muss man nichts, denn ob die Maschine arbeitet, hört man auch so. Außerdem kostet es ein bisschen Geld, die große Frontklappe aus Glas zu bauen. Und auch ein Sichtfenster macht das ganze unnötig teurer und aufwendiger. Kurz: Bei der Waschmaschine macht es Sinn und kostet nichts, beim Geschirrspüler macht es keinen Sinn und ist teuer.
JH meint:
Auf der EXPO 2000 stellte IKEA eine gläserne Spülmaschine aus. Ich stand faszinierte 15 Minuten davor. Würde es die Spülmaschine zu kaufen geben, wäre ich der Erste, der sie erwirbt. Man sah außerdem sehr gut und nicht nur eine beschlagene Scheibe.
Anonymous meint:
Es gibt Geschirrspüler mit Fenster! Leider sind das dann Ausstellungsstücke beim Elektrogerätehändler. Ob die Dinger wirklich funktionieren weiß ich nicht.
Ariane meint:
Ich hätte gerne so ein Fenster auch im Kühlschrank, dann könnte man wenigstens mal kontrollieren, ob das Licht auch tatsächlich ausgeht. Andererseits sollte das Licht dann vielleicht doch lieber anbleiben, sonst sieht man ja nicht, was drin ist...
Koko Nes (via Facebook) meint:

weil man dumm aus der wäsche kucken kann aber nicht dumm aus geschirr

Fa. Miele weiß dazu:
Der Grund warum Geschirrspüler ohne Sichtfenster gefertigt werden ist hauptsächlich der, das Geschirrspüler in der Regel als Einbau- bzw. Unterbaugerät genutzt werden. Um eine Homogenität der Küchenfronten zu schaffen, wird die Geschirrspülertuer mit einer Dekor- oder massiven Möbelplatte verkleidet. So wird das Gerät in die Küche eingegliedert. Waschautomaten werden im Gegensatz fast ausschließlich als Standgeräte genutzt und im Keller oder Bad aufgestellt. An solchen Orten ist es nicht nötig Waschautomaten mit einer durchgehenden Tür zu verkleiden. [...Eigentlich wollten wir ja gar nicht wissen, warum Waschmaschinen nicht volständig verkleidet sind (das ist uns ja schon recht so!), sondern umgekehrt warum Geschirrspüler KEIN Fenster haben... ??? Vielleicht gibt es ja auch etwas zu verbergen in den Geschirrspülern... kleine Gastarbeiter, die aus den Ecken hervorgesprungen kommen und für den Hungerlohn von einem Tab (mit Klarspüler) unser schmutziges Geschirr schrubben müssen... wer weiß...]
Bei einer Waschmaschine werden die verschmutzten Teile anders ins Gerät gegeben als in die Spülmaschine ( einzeln - alle im Kneul). Daher sind die Beladungsmöglichkeiten vollkommen anders als beim Geschirrspüler. Auch sind die Reinigungstechniken verschieden, beim Waschen durch Reibung und Bewegung, bei Geschirrspülern, durch duschen bzw. abbrausen. Manche Kunden, oder deren Kinder, möchten dem oft bunten Waschvorgang zuschauen, beim Geschirrspüler, wäre auf Grund der Reinigungstechnik nur eine nasse, bespritzte Scheibe zu sehen, also eher uninterrasant.

Unseres Wissens gibt es Aufkleber für das Waschmaschinenfenster, mit Fischen drauf und in 3D-Optik... vielleicht klebt man sich so ein Ding einfach auf den Geschirrspüler und denkt sich den Rest. Oder aber man ist begabter Heimwerker... oder wie wär's mit Protestbriefen, vielleicht lässt sich ja was machen. ... vielleicht habt ihr ja auch eine Idee?