Warum nimmt der Automat mein Geld erst nachdem ich es gerieben habe?

Jeder kennt das... man schmeißt eine Münze in den Automaten und was passiert? Sie fällt durch! Dies passiert immer und vor allem dann, wenn man es eilig hat, 5 andere Personen genervt hinter einem warten und mit ihren Blicken den Eindruck vermitteln, als könnte man selber etwas für dieses Phänomen oder habe es gar heraufbeschwört. Die Münze fällt also durch und dies auch beim 2 und 3 Versuch, wenn man Glück hat und weiteres Kleingeld hat, versucht man es damit und oft klappt es dann auch! Oder aber man tauscht mit einen der wartenden Personen (die dann später den schwarzen Peter haben!). Sicherer - so lehrt einen die Erfahrung - ist es aber die Münze am Automaten zu reiben. Die Flächen auf denen dies geschieht sind meist kaum zu übersehen und belegen, dass man nicht der einzige ist der diesem Hokuspokus vertraut und gleichzeitig auch, dass es offensichtlich funktioniert. Verliert die Münze an Gewicht, wird sie erwärmt oder warum...?
Luca meint:
Wenn die Münze nicht gerade in den Schacht fällt kann sie der Automat nicht richtig lesen. Deshalb verstösst er sie. Wenn man die Münze dann reibt - oder betet oder egal was - wirft man sie danach automatisch konzentrierter - und deshalb gerader - rein. Dann klappt's auch mit dem Münzautomant. PS: Wenn die Münze dann immer noch nicht eingezogen wird ist sie entweder Falsch oder die Konsistenz ist nicht mehr richtig (abgenutzt...)
Markus meint:
Es gibt die Theorie, dass sich die Münze statisch auflädt, wenn man sie reibt, und dadurch besser angenommen wird. Da die Münze in der Regel aber am Automaten selbst gerieben wird, wird sie sich nicht aufladen, da Reibung zwischen zwei Metallen (Münze und Automat) keine statischen Ladungen erzeugt. Daher wird angenommen, dass sich die einwerfende Person, wenn sie die Münze gerieben hat, mehr auf den Prozess des Einwerfens konzentriert. Dies kann dazu führen, dass die Münze vorsichtiger platziert wird und in der Folge den Einwurfschacht etwas anders durchläuft. Da die Lage der Münze im Schacht für die Annahme durch den Automaten entscheidend ist, wird sie nun möglicherweise besser akzeptiert
Björn Kolbe meint:
Das mit dem reiben stimmt nicht, man wirft die Münze dann nur langsamer und konzentrierter in den Schlitz, eine wirkliche Funktion hat das Reiben nicht. Die Reibeflächen werden nur deswegen angebracht, um einen zu schnellen Verschleiß des Automaten zu verhindern.
acid meint:
das ist falsch, beim ersten mal fällt sie durch, weil die maschine sie falsch erkannt hat. deswegen nimmt er sie meistens beim zweiten mal, auch ganz ohne reiben! wenn er sie überhaupt nicht nimmt, ist sie verbogen.
Beagel meint:
Weil ich durch das Reiben die Oberfläche glätte (abschleife) und so die Münze wieder ihre ursprüngliche Dicke hat. Das Problem sind die Kerben, die alte Münzen oft haben und damit die Maße der Münze verändern.
SkrapieDog001 meint:
Das gleiche Phänomen gibt es bei Geld-Scheinen .Der Automat zieht sie unterhalb der walze ein und spuckt sie wieder aus .Abhilfe : Schein mittig in der Längsachse leicht falten und erneut versuchen.
Der gute Alex meint:
Wunderbare Erklärung. Klingt sehr plausibel der Expertenrat und ich werde gewiss so schnell keine Münze wieder reiben.. :-)
Der WDR hat sich in seinem Wissenschaftsmagazin "Quarks" mit diesem Phänomen beschäftigt und wird von Martin Rosenberg auf der Webseite zusammengefasst. "Ob die Münze angenommen wird oder nicht, entscheidet der Münzprüfer im Innern des Automaten. Er prüft, aus welchem Material die Münze besteht. Zwei Spulen erzeugen ein elektromagnetisches Feld. Weil die Münze aus Metall besteht, lenkt sie das Feld beim Durchqueren ab. Ein anderes Material (eine "falsche" Münze) führt zu einer anderen Ablenkung und die Münze fällt durch. Temperatur, elektrische Ladung oder Magnetisierung der Münze haben übrigens keinen Einfluss auf die Messwerte, weil sie das elektromagnetische Feld nicht beeinflussen. Per Software kann beim Münzprüfer eingestellt werden, welche Messwerte zu welchen Münzen gehören, und in welchen Grenzen Münzen akzeptiert werden. Sind die Grenzen zu eng, lehnt der Münzprüfer auch echtes Geld ab; sind sie zu weit, wird zu viel Falschgeld angenommen. Die Ablenkung des Feldes wird an mehreren Stellen gemessen. Jeder Messwert muss innerhalb der vorgegebenen Grenzen liegen, ansonsten wird die Münze nicht angenommen. Aber erkennen die Spulen auch den Unterschied zwischen geriebenen und ungeriebenen Münzen? Wir haben den Test mit Unterstützung der Firma Hellwig Apparatebau (Iserlohn) gemacht: 100 gebrauchte Markstücke wurden jeweils einmal durch den Prüfer geworfen, danach gerieben und noch einmal geworfen. Bei jedem Durchgang übermittelte das Gerät 9 Messwerte an einen Computer: die 8 Werte der Spulen, die die Münze elektromagnetisch abtasten, und den Durchmesser der Münze. Und das kam bei unserem Test heraus: Die Messwerte schwankten jeweils um einen bestimmten Wert herum. Ein paar Ausreißer waren dabei, bei denen jeweils völlig andere Werte gemessen wurden. Diese Münzen würden in einem Automaten auf jeden Fall abgewiesen. Bei diesen Ausreißern waren geriebene und ungeriebene etwa gleich vertreten: Von 100 geriebenen Münzen fielen fünf Münzen durch, von 100 ungeriebenen Münzen vier. Bei jeder Münze haben wir uns nun jeden Messwert einzeln angeschaut und miteinander verglichen. Ergebnis: Die Abweichungen der Messwerte insgesamt waren größer als die Unterschiede zwischen geriebener und ungeriebener Münze, in 40% der Fälle waren die Werte von geriebener und ungeriebener Münze sogar identisch. Ähnliche Werte ergaben sich auch bei zufällig gewählten Gruppen von Münzen. Fazit: Offensichtlich macht es für den Münzprüfer keinen Unterschied, ob die Münze gerieben wurde oder nicht. Aber warum fallen dann trotzdem manche Münzen durch? Mit dem Reiben hat das nichts zu tun. Unterschiede in den Messwerten kommen dadurch zu Stande, dass jede Münze auf ihrem Weg an den Spulen vorbei einen etwas anderen Weg nimmt. Nie sitzt sie exakt an derselben Stelle, wenn die Spulen die Messwerte abnehmen. Das Taumeln der Münze kann man eher noch durch die Art des Einwurfes beeinflussen: locker und mit leichtem Schwung in den Schacht fallen lassen - und möglicherweise die Münze umdrehen, so dass beim zweiten Einwurf statt der Zahl das Wappen nach links zeigt. ...na damit könnte man doch Eindruck machen ...locker ein "Kann ich helfen?" und dann die Münze zwischen 2 Fingern umgedreht und locker mit leichtem Schwung eingeworfen ...und ...angenommen ...der Star der Straßenbahn bin ich!... Warum scheint das Reiben trotzdem zu helfen? Es ist die Psychologie. Beim ersten Einwurf wird die Münze grundsätzlich nicht gerieben. Wenn der Automat sie dann nimmt, kümmert sich der Werfer nicht weiter darum - deshalb fällt der in der Mehrzahl der Fälle erfolgreiche Versuch aus der Beobachtung des Werfers heraus. Erst wenn die Münze wieder herauskommt, setzt der Reflex ein: Vor dem erneuten Einwurf wird sie gerieben. Jetzt hat sie wieder die gleiche Wahrscheinlichkeit, akzeptiert zu werden, wie beim ersten Mal. Sie wird also wieder in der Mehrzahl der Fälle akzeptiert werden. Da der Werfer sie aber gerieben hat, schreibt er den Erfolg des Versuchs dem Reiben zu - und wird beim nächsten Misserfolg wieder reiben."

Viele Automatenaufsteller gehen dazu über, auf ihren Automaten eine Reibefläche anzunieten. Viele Menschen sehen darin eine Aufforderung, ihre Münzen dort zu reiben und eine Bestätigung ihrer Theorie. Dabei haben die Platten nur die Funktion, die hässlichen Kratzer zu verhindern, die sonst auf der Lackierung entstehen." (Zitiert von der Webseite von Quarks&Co)