Warum ist die Ampel immer rot?

Es ist wohl eines der bekanntesten und meistgehassten Alltagsprobleme und - rätsel...von allen Ampeln im Land ist immer die rot vor der man gerade steht. Und dann auch noch so lange, dass man sich zwischenzeitlich fragt, ob sie vielleicht kaputt ist oder aber man vielleicht bis zu einer dieser mysteriösen Stellen vorfahren muss, bei denen die Ampel wie von Geisterhand sofort auf grün springt...ach gebe es so eine Stelle doch an jeder Ampel!

Aber zurück zum wesentlichen: Das wirklich seltsame ist ja, dass dieses Problem irgendwie von allen Autofahrern und weniger stark aber auch weniger beachtet von Radfahrern und Fußgängern so empfunden wird.  Diese können ja wenigstens einen z.T. lustig gestalteten Knopf drücken können, der angeblich eine Grünphase bescheren soll, in den meisten Fällen aber höchstwahrscheinlich nur eine Ablenkung sein soll und dementsprechend wohl eher eine Attrappe ist! Im Ergebnis würde dies in jedem Fall bedeuten, dass praktisch alle Ampeln ewig lange und ständig nur rot und nur sehr kurz mal grün werden und das meist auch noch dann, wenn man gerade wegguckt... und schon geht das gehupe los!

Sind also die Ampeln wirklich öfter rot als grün...schaltet ein Konglomerat von ebenso auserwählten wie bösartigen Ampelmännern die Ampeln manuell und so dass sich möglichst viele darüber ärgern... oder stecken die Betreiber der öffentlichen Verkehrsmittel dahinter... Fragen über Fragen...

Beagel meint:
Weil die Rotphase oft länger dauert, als die Grünphase. Insbesondere bei großen Kreuzungen mit mehr als zwei sich kreuzender Straßen. Aber eine Frage zurück: Warum sind 90% aller Ampeln Nachts um 3 an? Es gibt andere Länder, wo die meisten Ampeln nach 20 Uhr aus sind. Das spart Strom, verhindert unnötige Lärm und Abgasbelästigungen der Anwohner und wäre auch für die Autofahrer sehr angenehm, denn es spart Kraftstoff und Zeit. Wer nachts mal 20km quer durch Berlin fuhr und an 30 !!! roten Ampeln unnötig stand, weiß, wovon ich spreche. PS: In der Ostzone waren die Ampeln früher nachts aus. Vielleicht will man ja jetzt einfach nur das Gegenteil machen, weil alles im Osten schlecht war ?!
Dauer-Rot für Fußgänger und Radfahrer Manche Ampeln für den Autoverkehr schalten nachts auf Dauer-Rot und werden erst grün, wenn sich ein Fahrzeug nähert. Hierdurch soll die Neigung zum Rasen in den fast leeren Straßen vermindert werden. Solche Ampeln finden sich an Oberhausener Kreuzungen aber auch tagsüber, dann aber nur für Fußgänger und Radfahrer (z.B. im Bereich des CentrO. an der Querung der Essener Straße neben der Einmündung der Straße "Im Lipperfeld"). Dies bedeutet, daß die Ampel für Fußgänger und Radfahrer nur grün wird, wenn dies per Knopfdruck angefordert wird, ansonsten bleibt die Ampel rot (obwohl der querende Autoverkehr gleichzeitig die normale Rotphase beachten muß). Für den Radfahrer hat dies zur Folge, daß er seine Fahrt immer unterbrechen muß und nie die Chance hat, mit etwas Glück bei Grün direkt durchfahren zu können. Eine weitere Schwierigkeit ist, daß die Fußgängerampel auch rot bleibt, nachdem man gedrückt hat, obwohl die Autos halten. Dies ist dann der Fall, wenn in dem Moment, wo man drückt, die Grünphase eigentlich schon begonnen hätte. Auch wenn man nur eine Sekunde zu spät ist und die Fußgängerampel sonst noch etliche Sekunden grün bliebe, darf man trotz wartenden Autoverkehrs die Straße nicht queren. Nach Aussage eines Polizisten ist eine Begründung für diese Ampelschaltung, daß hierdurch Strom gespart werden kann, weil das regelmäßige Umschalten der Ampel von rot auf grün wesentlich mehr Energie verbraucht als das Dauerrot. Einmal abgesehen davon, daß sich im Bereich der Stadt Oberhausen sicherlich wirksamere Methoden der Energieeinsparung finden lassen, kann die einzig sinnvolle Maßnahme darin bestehen, daß die Fußgängerampeln in der vom Takt vorgegebenen Zeit automatisch ohne besondere Anforderung grün zeigen.
Mitarbeiter von Amt f. Straßen u. Verkehrstechnik der Stadt Köln weiß dazu:
Bei der Planung von Lichtsignalanlagen sind eine Vielzahl von Randbedingungen zu beachten. Das sind z. B.: a.) die Beschleunigung des öffentlichen Personennahverkehrs b.) Schaltung von "Grünen Wellen" für den Kraftfahrzeugverkehr, um Lärm- und Schadstoffimmissionen möglichst gering zu halten c.) Staffelschaltungen für Fußgänger, um beim Queren von mehrspurigen Straßen möglichst keinen Fußgänger auf vorhandenen Mittelinsel aufhalten zu müssen um nur einige zu nennen. Die Hauptaufgabe einer Lichtsignalanlage besteht darin, jeden Verkehrsteilnehmer in der für ihn zugewiesenen Grünzeit die Möglichkeit zu geben, sicher seinen Weg über diesen Konfliktbereich fortsetzen zu können. [...sehr nett gesagt...] Da an signalisierten Knotenpunkten eine Vielzahl der unterschiedlichsten Verkehrsströme mit den unterschiedlichsten Richtungswünschen aufeinander treffen, muss die in einem signaltechnischen Umlauf zur Verfügung stehende Zeit auf die einzelnen Verkehrsteilnehmer verteilt werden. Ein signal-technische Umlauf ist ein monotoner Rhythmus, mit einer festgelegten Zeitkonstante indem alle Verkehrsteilnehmer an einer Lichtsignalanlage eine gewisse Grünzeit erhalten. [...das wird ja immer poetischer...] Kommt ein Verkehrsteilnehmer zum für ihn ungünstigsten Zeitpunkt an einer Lichtsignalanlage an, so entsteht der Eindruck, dass er lange vor Rot warten muss. [...jetzt sind wir beim Thema...] Bewegt sich dieser Verkehrsteilnehmer, z. B. in einem Kraftfahrzeug in einer Grünen Welle, so erhält er dagegen an mehreren aufeinanderfolgenden LSA Freigabe gezeigt und kann somit zügig eine längere Wegestrecke passieren.

Die Lösung ist Gottseidank gar nicht weit und findet auch immer verbreitetere Anwendung... nein...nicht die immer grünen Ampeln im Land des fließenden Verkehrs, in dem volle Benzinkanister an den Bäumen wachsen und Getränke ans Auto gereicht werden... es ist der KREISVERKEHR, eine der spektakulärsten wie einfachsten Erfindung der modernen Verkehrstechnik... deshalb mein Plädoyer an dieser Stelle... für den Kreisverkehr im Sinne eines stressfreien und "immergrünen" Autofahrens...

Allerdings ist auch der Kreisverkehr nicht unproblematisch, worauf Helmut Schönberger (http://www.radtat.de/kreisverkehr.htm) hinweist:

 

" Betrachten wir das Für und Wider für die einzelnen Verkehrsarten näher: Für den umwegempfindlichen Fußgänger bedeuten sie längere Wege um den Kreisel herum, anstatt gerade über eine Kreuzung laufen zu können. ...die Zeit für das Warten vor dem Ampel wir allerdings gespart... Bei vielen wird außerdem auf jede Querungshilfe verzichtet, weder Zebrastreifen, noch Fußgängerampel bremsen den Autostrom. ...na das wäre ja noch schöner, langer Weg und noch ´ne Ampel... Die Sicherheit für Fußgänger nimmt also weiter ab.
Radfahrende könnten es gut haben. Je nach Anlage der Kreisverkehrsanlage überwiegen die Nachteile, wie sie auch für Fußgänger gelten, oder die Vorteile, die die Autos auch haben. Alle Nachteile haben die Radler, wenn ein benutzungspflichtiger Radweg ...so was gibt´s?... außen herum führt. Die radlerfreundliche Variante lässt das Velo (ah, le velo!) auf der Straße und hat Schutzstreifen bei den Zufahrten, damit das Fahrrad rechts an stehenden Autos vorbei nach vorne in den Kreis einfahren kann. Im Kreis rollt es mit den dort verhältnismäßig langsam fahrenden Autos auf der gemeinsamen Fahrbahn zu seiner Ausfahrt (Eine Illustration wäre hier hilfreich gewesen!).

Der schwankende Bus: Fahren Sie mal mit dem Bus durch einen Kreisverkehr: die Zeitungslektüre muss unterbrochen werden ...nein, oh mein Gott!...  um sich mit den Augen an der Außenwelt ...also das Jenseits?!... festzuhalten, sonst wird Ihnen schlecht. So geht es jedenfalls mir. ...ooooch!...  Ich meine es sollte reichen, wenn der Fahrer auf den Straßenverlauf achtet damit sich die Fahrgäste mit anderen Dingen beschäftigen können oder einfach ein Nickerchen machen können. Aber die Businsassen werden ab jetzt Geisel der kreiselwütigen Straßenplaner. 

 

...mein Eindruck ist, Helmut Schönberger ist einer von den Ampelmännern...

Ein weiterer Ausweg ...wenn auch schwerlich umzusetzen, besteht darin, sich einfach seine eigene Ampelanlage mitzubringen.  

Conrad bietet solche Anlagen recht preisgünstig an, vergisst aber darauf  hinzuweisen, dass diese wohl kaum Rechtsverbindlichkeit besitzen, na egal, vielleicht zu Hause in der Einfahrt einbauen und sich jeden morgen beim Rausfahren aus der Garage über Grün freuen... da fängt der Tag doch schon gut an!