Warum fällt das Marmeladenbrot immer auf die falsche Seite?

Es gilt nicht nur für Marmeladenbrote, auch Putenbrust, Salami oder Frischkäse scheinen vom Küchenboden magnetisch angezogen werden und die Gesetze der Physik und der Wahrscheinlichkeitsrechnung auf den Kopf zu stellen. Selbst Brote die noch nicht einmal einen Belag haben, sondern nur bis zur Margarine gekommen sind, fallen - und das gilt natürlich auch für Knäcke- oder Toastbrot - nur allzu gern mit der belegten, klebrigen Seite nach unten auf den Boden...zum Heulen und Kopfschütteln gleichermaßen.
Jörg meint:
Warum fällt das Marmeladenbrot immer auf die falsche Seite? Weil Gegenstände immer mit dem größeren Gewicht voran fliegen/fallen. So zum Beispiel der Federball, der am spitzen Ende schwerer ist, als auf der Seite mit den Feder. Das Marmeladenbrot ist auf der Marmeladenseite schwerer als auf der Brotseite. Deshalb ist immer aufwischen angesagt.
Sebastian meint:
Mit dem Thema haben sich allen Ernstes bereits Wissenschaftler beschäftigt (leider kann ich die Quelle nicht liefern, das ist zu lange her). Ihre Ergebnisse: das Brot wird in der Regel langsam vom Tisch geschoben, es beginnt zu kippen, sobald der Schwerpunkt über die Kante geschoben wird - das ist der Drehimpuls. unsere Tische sind in der Regel 75 bis 80 Zentimeter hoch (mehr oder weniger). Der Drehimpuls reicht über diese Entfernung nicht aus, um das Brot wieder auf die richtige Seite zu drehen, es landet auf der Marmelade. Das gleiche gilt wenn einem das Brot aus der Hand fällt. Der Tisch müsste schon 2 Meter hoch sein oder mehr (die Höhe weiss ich nicht mehr), damit das Brot sich weit genug drehen kann. Anders sieht es aus, wenn man sein Brot nach vorne weg katapultiert (wenige tun das :-) dann befindet es sich lange genug in der Luft um eine ganze Drehung zu vollziehen. Die interessante Frage ist, warum sind Mesnchen so klein, dass ihnen die Brote immer auf die Marmeladenseite fallen? Ein schlechter Scherz des Universums?
Prof. Dr. Spacke meint:
Ist etwas dran an dieser Regel? Zumindest für abstürzende Toastscheiben trifft sie zu. Versuchsserien an der Frauenuniversität von Mississippi in Columbus ergaben, dass das Brot in 80 Prozent der Fälle auf die Butterseite fällt. Stürzt das Brot nicht vom Tisch, sondern von einer drei Meter hohen Leiter, ist die Wahrscheinlichkeit, den Teppich zu ruinieren, fifty-fifty. Dieses Paradoxon ist mit drei kulturellen Parametern zu erklären: der durchschnittlichen Höhe von Tischen, der üblichen Kantenlänge von Toastscheiben und der Tatsache, dass das Toastbrot vor dem Absturz in der Regel mit der Butterseite nach oben auf dem Tisch liegt. Der Rest ist einfache Physik: Das Brot rotiert nie so schnell, dass es bei einer Fallhöhe von 75 Zentimetern eine vollständige Drehung schafft, um wieder auf der Unterseite zu landen. Wer solch ein Missgeschick verhindern will, hat folgende Möglichkeiten: An drei Meter hohen Tischen speisen, Toasts mit einer Kantenlänge von 2,5 Zentimetern essen oder das Brot mit der Butterseite nach unten auf den Tisch legen. Viel Glück!
Christina Jaritz meint:
Das Marmeladenbrot fällt deswegen immer auf die falsche Seite weil die Marmelade und die Butter schwerer sind als die Seite ohne Butter und Marmelade!! Wenn du ein Gefäß mit wasser füllst und es in der Mitte haltest fällt auch die schwere Seite hinunter.
ultracid meint:
Das hat was mit der Proportion zwischen 1mal drehen im fall und der Höhe des Tisches zu tun. Vom Stehtisch aus sieht das ganze anders aus. Das Marmeladenbrot dreht sich auf dem weg zum boden sooft es kann. da unsere Tische aber nicht höher als 120cm sind, landet es immer auf der jelly.
Galandril meint:
Die Seite auf der die Marmelade ist ist schwerer als die andere, und wenn nun das Brot fällt dreht, sich dank der Anziehungskraft, die schwere Seite nach unten.
duschi46 meint:
Tja, das ist ganz einfach wäre der Weg doppelt so lang, hätte das Marmeladenbrot die Chance sich noch einmal zu drehen und würde dann auch auf der Richtigen Seite landen!
Beagel meint:
Weil diese Seite schwerer ist" - Aua !!! Wer solche Antwort gibt, hat im Physik-Unterricht absolut nicht aufgepasst. Vielleicht sollten sich die Herrschaften mal nach Pisa (das mit dem schiefen Turm, nicht die Schulstudie) begeben. Da hat ein kluger Mann vor sehr langer Zeit schon das Gegenteil bewiesen. Na, dämmerts? Mathematisch und physikalisch gesehen ist es unmöglich, dass die Marmeladenseite häufiger als 50% auf eine bestimmte Seite fällt ! Es mag aber sein, dass der Betrachter wegen des damit verbundenen Ärgers sich eher die negative Situationen merkt und so denkt, sie wären häufiger.
Der kleine Baur meint:
...diese frage hat mich des öfteren beschäftigt, und da fiel mir folgendes ein: Man könnte doch einen Schwebezustand schaffen, wenn man Katzen die die Brote mit der Marmeladenseite an die Pfoten bindet. Da Katzen immer mit den Pfoten zuerst auf dem boden aufkommen und belegte Brote mit dem Belagseite müsste die Katze doch eigentlich nie den boden berühren und somit schweben. Feldversuche dazu konnte ich noch nicht vornehmen, aber wenn sich diese Theorie als richtig erweist, logisch tut sie das ja, dann wäre dies ein Meilenschritt in der Geschichte der energiesparenden Fortbewegung.
Peter Maiwald meint:
Die Wahrscheinlichkeit das dieses Phänomen passiert steigt, je teurer der Teppich ist, der darunter liegt. Du brauchst also nur einen billigen Teppich! Allerdings hast du dann die Marmelade mit gleicher Wahrscheinlichkeit auf der Hose. 2. Möglichkeit: Setz dich zum Marmeladenbrot essen auf den Boden (möglichst ohne Teppich). ...Da muss man mal ´drauf kommen... 3. Möglichkeit: Iss was anderes. Mahlzeit!
meir_de meint:
Aus stasitischen Gründen kann ich den Ausführungen meiner Vorredner nicht beipflichten. Ich denke man muss dieses experimentell unter Laborbedingungen nachstellen. Dann kommt man unweigerlich zu dem Ergebnis, dass bei häufiger Wiederholung kein signifikanter Unterschied zwischen den Landungszuständen zu erkennen ist. Ergo stellt sich diese Frage nicht! Es ist ein rein subjektives Ergebnis. Leider hat mein Kollege eine neue Theorie entwickelt, die sich mit thermischen Problemen beschäftigt. Seine Theorie lautet wie folgt: Die glatte Unterseite (nicht mit Marmelade bestrichene Seite) hat einen geringeren Luftwiderstand als die mit Marmelade bestrichene Seite - es entsteht ein Sog, der die bestrichene Seite automatisch nach unten zieht. ...ein einziges für und wieder... die Theorie sollte unbedingt weiterverfolgt werden...!
Helmut Neudecker meint:
Also das mit dem Marmeladenbrot kann man sogar erklären. Die Seite mit der Marmelade ist schwerer, deshalb zieht es diese schneller nach unten. Die Scheibe Brot dreht sich in der Luft und wird zielsicher mit der Marmeladenseite aufschlagen.
trockensalz meint:
Das Marmeladenbrot faellt deswegen immer mit der bestrichenen Seite nach unten, weil die bestrichene Seite schwerer ist (nach einer Erklaerung von Hans-Juergen Press (?)); d.h., es wirkt das gleiche Prinzip wie beim Werfen eines Federballs: der faellt auch nicht mit der "Feder"-Seite auf die Erde! Also ist das Marmeladenbrot eigentlich gar kein Fall fuer Murphy's Law...
Der WDR hat sich in seinem Wissenschaftsmagazin "Quarks" mit diesem Phänomen beschäftigt und die auf seiner Webseite zusammengefasst. "Es liegt nicht am Brot, nicht an der Marmelade und auch nicht an Ihnen! Es liegt am Tisch. Es ist auch kein Missgeschick und auch kein Zufall, sondern eine Notwendigkeit. Das kann man statistisch belegen und es gibt hierfür eine wissenschaftliche Erklärung: Da alle Tische einer Normhöhe entsprechen und alle Toastbrote ebenfalls ähnlich groß sind, passiert beim Fallen etwas, was man in der Fernseh-Zeitlupe gut beobachten kann: Das Toast beginnt, wenn es vom Tisch abwärts fällt, eine Drehbewegung. Und es dreht exakt so, dass es nach einer halben Umdrehung auf dem Boden landet." (Zitiert von der Webseite von Quarks&Co)
Sandra Krieger, cityweb - 6. 10. 1998 weiß dazu:
So kann man auch unter ´www.Cityweb.de Interessantes lesen: Professor Hans-Frieder Döbele, Fachbereich Physik an der Universität/GH Essen: Zunächst muss man unterscheiden, warum eine Scheibe Brot fällt. Wird sie zum Beispiel fallen gelassen, weil sich jemand erschreckt, ist das ein unkontrollierter Vorgang. Die Wahrscheinlichkeit steht 50 zu 50, auf welcher Seite das Brot landet. Ich vermute einmal, dass der Mensch sich nur immer die unangenehmen Ereignisse merkt. Wenn das Brot also auf das ‘Gesicht’ fällt, ist das in der Regel mit umständlichem Aufwischen oder Saubermachen verbunden. So etwas bleibt im Gedächtnis haften. Andere Voraussetzungen sind gegeben, wenn man eine Scheibe Brot vorsichtig, also kontrolliert, über eine Tischkante schiebt. Der Schwerpunkt verlagert sich langsam. Dabei muss die Fallhöhe zur Größe des Gegenstandes gesehen werden. Somit ist hierbei nur eine halbe Drehung des Brotes möglich. Mit einer ganzen Drehung kann erst ab der vierfachen Fallhöhe gerechnet werden.
Aus dem Expertenrat ergibt sich zwangsläufig, dass es für alle, die dieses Phänomen künftig vermeiden wollen, nur es eine plausible Lösung gibt: "Der Tisch muss höher sein, damit das Toast eine volle Umdrehung "fliegen" kann. Ein solcher Tisch erreicht aber eher Steh- bzw. Schulterhöhe und ist nicht sehr praktikabel." (Zitiert von der Webseite von Quarks&Co) Eine andere Lösung es wohl, die Marmeladenbrote einer Katze - die ja bekanntlich immer auf ihre 4 Pfoten fällt - unter eben diese zu schnallen. Damit wäre dann das ungeschriebene Naturgesetz außer Kraft gesetzt und die Marmeladenbrote würden praktisch aus jeder (für die Katze geeigneten) Fallhöhe auf die "richtige" Seite fallen. Problematisch wären dann allerdings die lebensmittelhygienischen Bedenken, auch fanatische Tierschützer könnten sich als problematisch erweisen.