Wieso sagen wir (nicht ganz politisch korrekt) "das ist getürkt" für eine Sache die nicht ganz in Ordnung oder manipuliert ist ?

Merlin 2001 meint:
1770 präsentierte der sächsische Baron von Kempelen (* 1734-26.3.1804+) dem staunenden Wiener Hof einen Schachautomaten, den er den “Türken” nannte, da vor der unförmigen Kiste mit dem Schachbrett eine lebensgroße, prunkvoll osmanisch gekleidete Puppe saß. Der Automat bestand aus einer ziemlich großen Kiste (etwa 1,5 m im Quadrat und 90 cm hoch) mit einem Schachbrett auf der Oberseite, an der eine orientalisch gekleidete Figur saß. Vor jeder Vorstellung überzeugte Kempelen sein Publikum davon, dass sich außer Zahnrädern nichts in der Kiste befand. In Wirklichkeit aber saß ein Mensch mit hoher Spielstärke im Gehäuse, der alle seine Gegner reihenweise schlug und sich dabei einer Handvoll Tricks bediente, wie sie heute noch die Illusionisten verwenden (z.B. Spiegel). Friedrich der Große war der erste Käufer des “Türken”, er bezahlte eine für damalige Verhältnisse horrende Summe für den “Automaten”, spielte allerdings nur in Anwesenheit des Erfinders einige Partien. Er verlor schnell das Interesse an der Kiste, als er den Schwindel entdeckt hatte. Die Wahrheit über den “Türken” hatte sich jedoch nicht sehr verbreitet, im Gegenteil: die Legende gehörte sozusagen zum Standartrepertoire aller Schachspieler der damaligen Zeit. Danach ging der “Türke” auf eine Tournee durch Europa, die ein großer kommerzieller Erfolg wurde. Bis 1837 konnten die Menschen in allen großen Städten Europas sehen, wie ein “mechanischer Spieler” die jeweiligen Schach-Lokalmatadoren zur Strecke brachte. 1836 wurde er entlarvt: Kein Geringerer als Edgar Allan Poe hatte mit wachem Auge einer Vorstellung des "Türken" beigewohnt und anschließend in einem Essay mit messerscharfen logischen Schlüssen dargelegt, dass zwischen den Wänden des Wunderwerks ein Mensch stecken musste, der dieses bediente. Später wurde der Türke in einem Museum ausgestellt und fiel 1854 einem Feuer zum Opfer. Baron von Kempelens Schachautomat hat die Phantasie vieler Schriftsteller angeregt und auch Spekulationen über die unbegrenzten Möglichkeiten der Technik/Mechanik (im 19. Jahrhundert, wohlgemerkt!) ausgelöst, das alles ist vergangen; geblieben sind die Spuren, die diese Maschine in der deutschen Sprache hinterlassen hat: Von einer Sache die einen hinters Licht führen soll, sagt man, sie sei - getürkt. Und zwar wurden zur Eröffnung des (sorry, dass ich das nicht mehr weiß, war glaub ich einer zwischen Nord- und Ostsee)-Kanals viele verschiedene Nationen eingeladen. Ein Orchester wurde damit beauftragt, bei jedem ankommenden Schiff die Nationalhymne zu spielen. Das Orchester machte das auch sehr gut (mit Hilfe der mit-dem-Fernrohr-die-nächste-Nationalflagge- sehen-und-dann-Hymne-spielen-Technik), bis allerdings ein türkisches Schiff ankam (Flagge: weißer Halbmond auf rotem Grund). Das Orchester hatte keine Ahnung, wie denn die türkische Nationalhymne zu spielen sei und so spielten sie einfach (der Flagge entsprechend) "Oh Mond du bist so schöne" (oder so ähnlich.
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